Wegen erwarteter Rückgänge bei den Kirchensteuereinnahmen verringern die Bistümer in Bayern ihre gemeinsamen finanziellen Hilfen für viele katholische Einrichtungen und Verbände im Freistaat. Wie die Bischöfe am Donnerstag in einer Erklärung nach ihrer Herbstversammlung in München mitteilten, sollen die ordentlichen Zuschüsse aus dem sogenannten Überdiözesanen Fonds (ÜDF), in den alle Bistümer einzahlen, für die allermeisten Empfänger um fünf Prozent gekürzt werden.

Ausgenommen seien die beiden von den bayerischen Diözesen getragenen Hochschulen, die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt und die Katholische Stiftungshochschule. Die Zuschüsse für sie werden im Gegensatz sogar erhöht. Dadurch steige der Fonds im nächsten Jahr um 200 000 Euro auf insgesamt 42,2 Millionen Euro.

Über den Fonds finanzieren die Diözesen den Angaben nach zusätzlich zum Engagement in den eigenen Bereichen ihr überdiözesanes Wirken für kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Zwecke, die allen Menschen offenstehen. Im vergangenen Jahr kam das Geld demzufolge mehr als 60 Institutionen zugute. Darunter sind neben den Hochschulen auch die Katholische Akademie in Bayern und Einrichtungen wie die Landesstelle für Katholische Jugendarbeit, Landesverbände etwa des Sozialdienstes katholischer Frauen oder des Katholischen Deutschen Frauenbundes.

Mit fast 27 Millionen Euro flossen der Erklärung zufolge 2020 knapp zwei Drittel und damit der weitaus größte Teil in die Hochschulen und Universitäten. 5,3 Millionen Euro kamen Schule, Fort- und Erwachsenenbildung zugute. Verbände und Einrichtungen der Seelsorge erhielten 2,8 Millionen Euro, Soziale Verbände und Einrichtungen 1,7 Millionen Euro. Die weiteren Kosten waren Kommunikation und Medien (1,5 Mio Euro) sowie Gemeinsame Aufgaben (3,3 Mio Euro).

Zur Freisinger Bischofskonferenz gehören die sieben bayerischen Diözesen und Erzdiözesen – Bamberg, München und Freising, Augsburg, Eichstätt, Passau, Regensburg, Würzburg – sowie das Bistum Speyer. Vorsitzender ist der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx.