Ehemaliger THW-Chef: Umgang mit Katastrophen-Warnungen muss wieder trainiert werden

Der ehemalige Präsident des Technischen Hilfswerks, Albrecht Broemme, sieht in Deutschland erheblichen Nachholbedarf bei der Vorbereitung auf mögliche Katastrophen. Der Umgang mit Katastrophenlagen müsse wieder trainiert werden, sagte der Sicherheitsexperte am Donnerstag im Deutschlandradio.

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Viele Menschen seien nicht informiert darüber, was sie bei Warnungen tun müssten – beispielsweise, ob sie in Keller gehen sollten oder nicht. „Das sind Dinge, die muss man noch durch Aufklärungsarbeit, und zwar durch die lokalen Ordnungsämter und Sicherheitsbehörden, klären.“

Weiter sagte Broemme: „In den 1990er Jahren schien es, als ob man (vor) nichts mehr warnen müsste, weder vor Krieg noch vor Unwettern.“ Es gebe zwar Landräte und Bürgermeister, die wüssten, wie wichtig Training sei. „Andere schnarchen noch vor sich hin.“

Der Warntag an diesem Donnerstag werde dazu beitragen, dass alle Landräte begriffen, wie sie eine Warnung auslösen könnten. Technisch sei das auch durch den Bund möglich. „Aber lokale Warnungen sind natürlich viel wichtiger. Denn sie können ganz unterschiedliche Ursachen haben.“

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) will an diesem Donnerstag um 11.00 Uhr in ganz Deutschland einen Probealarm auslösen. Damit will die Behörde herausfinden, wie viele Menschen eine Warnung vor Gefahren im Ernstfall erreicht. Die Mitteilung soll auf verschiedenen Kanälen verbreitet werden – in Radio und Fernsehen, über Warn-Apps wie Nina oder Katwarn sowie auf Stadtinformationstafeln. Zudem werden Sirenen genutzt.

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Gewarnt wird auch über Lautsprecherwagen, die Infosysteme der Deutschen Bahn und erstmals auch das Cell-Broadcast-Verfahren. Dabei geht eine automatische Benachrichtigung an jedes Handy, das zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet ist, Empfang hat und mit aktueller Software läuft. Es handelt sich nur um einen Test. Um 11.45 Uhr soll die Entwarnung folgen. (dpa)

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