Doppelt so tödlich wie Fahrräder: Opfer von Pedelec-Unfällen werden immer jünger

Doppelt so tödlich wie Fahrräder: Opfer von Pedelec-Unfällen werden immer jünger
Durch: Unterhaltung Erstellt am: März 27, 2024 anzeigen: 47

Die wachsende Beliebtheit von Pedelecs spiegelt sich in steigenden Unfallzahlen wider. Während die Zahl der Fahrradunfälle sinkt, nimmt sie bei den E-Bikes deutlich zu. Die Opfer sind immer jünger. Überdurchschnittlich viele Unfälle enden tödlich.

Die Zahl der Pedelec-Unfälle mit Verletzten hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verzehnfacht - allerdings bei deutlich gestiegener Nutzung. Die Opfer werden immer jünger, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilt. Demnach war im Jahr 2014 noch mehr als die Hälfte der verunglückten Nutzerinnen und Nutzer eines Pedelecs oder E-Bikes in Deutschland mindestens 65 Jahre alt, 2023 war es dagegen nur noch ein Drittel. 2014 waren rund 10 Prozent der Opfer unter 45 Jahre alt, 2023 bereits fast jeder Dritte.

Auch einige Polizeien setzen in einigen Fällen bereits auf motorisierte Fahrräder.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum Vergleich: Auf nichtmotorisierten Fahrrädern war jeder oder jede sechste Verunglückte 65 und älter. Mehr als die Hälfte war jünger als 45 Jahre. Pedelecs sind Räder mit einem Hilfsmotor, der Fahrer oder Fahrerin beim Treten unterstützt, bis eine Geschwindigkeit von 25 Kilometer pro Stunde erreicht ist.

188 tödliche Unfälle

Insgesamt ist die Zahl der Unfälle mit solchen Rädern in Deutschland in den vergangenen Jahren stark gestiegen: Im Jahr 2023 verunglückten laut Statistischem Bundesamt 23.658 Menschen mit einem Pedelec. "Das waren knapp elfmal so viele wie im Jahr 2014 mit rund 2223 Verunglückten", heißt es in der Mitteilung. Auch die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Pedelec-Nutzenden sei deutlich gestiegen: 2023 kamen demnach 188 Menschen auf einem Pedelec ums Leben, 2014 waren es 39 Menschen.

Bei nichtmotorisierten Fahrrädern hingegen sank die Zahl der Unfälle mit Personenschaden laut der Mitteilung von gut 76.673 im Jahr 2014 auf knapp 70.900 im Jahr 2023. Die Zahl der Toten sank in diesem Zeitraum ebenfalls: "2023 kamen 256 Menschen auf einem nichtmotorisierten Fahrrad ums Leben, 2014 waren es noch 357 Menschen."

Doppelt so tödlich wie das Fahrrad

Gründe für den Anstieg liegen dem Statistischen Bundesamt zufolge vorwiegend in der Beliebtheit von Elektrorädern: Im Jahr 2022 gab es demnach in 15,5 Prozent der privaten Haushalte in Deutschland mindestens ein Pedelec, 2014 waren es noch 3,4 Prozent der Haushalte.

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Angesichts der steigenden Zahlen von Verunglückten wird diskutiert, ob Pedelecs gefährlicher sind als nichtmotorisierte Fahrräder. Auf 1000 Pedelec-Unfälle mit Verletzten kamen im Jahr 2023 laut der Mitteilung durchschnittlich 7,9 Fahrerinnen und Fahrer ums Leben, bei einem normalen Fahrrad waren es 3,6.

Dies sei jedoch auch auf das Alter der Verunglückten zurückzuführen: Menschen, die auf einem Pedelec verletzt oder getötet wurden, waren im Durchschnitt 53 Jahre alt und damit trotz des sinkenden Durchschnittsalters älter als auf einem nichtmotorisierten Fahrrad (42 Jahre). Bei älteren Menschen ist laut der Behörde die Wahrscheinlichkeit, sich bei einem Sturz schwer oder tödlich zu verletzen, höher als bei jüngeren.

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