Wirtschaft: BDI-Chef Siegfried Russwurm kritisiert Bundeskanzler Olaf Scholz

Wirtschaft: BDI-Chef Siegfried Russwurm kritisiert Bundeskanzler Olaf Scholz
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 03, 2024 anzeigen: 16

„Zwei verlorene Jahre“ BDI-Präsident Russwurm kritisiert Kanzler Scholz scharf

Siegfried Russwurm wirft der Ampel „zwei verlorene Jahre“ vor. Der BDI-Chef kritisiert vor allem Olaf Scholz. Besonders ein Satz des SPD-Kanzlers nervt ihn.

BDI-Präsident Russwurm: Kritisiert den Umgang des Bundeskanzlers in der aktuellen Wirtschaftskrise

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Siegfried Russwurm, der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), findet in einem Interview klare Worte für Olaf Scholz (SPD). Er kritisiert den Umgang des Bundeskanzlers mit der aktuellen Wirtschaftskrise und sagt mit Blick auf die Wirtschaftspolitik der Ampelregierung: »Es waren zwei verlorene Jahre.«

Seine Kritik gilt allerdings nicht allen Mitgliedern der Ampel gleichermaßen. Mit Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) oder Finanzminister Christian Lindner (FDP) seien die Unternehmensverbände regelmäßig im Gespräch, so Russwurm im Interview mit der »Süddeutschen Zeitung«. Währenddessen höre man von Scholz häufig nur das Zitat »Die Klage ist das Lied des Kaufmanns«.

Manche der Weichen seien schon vor der Ampelregierung falsch gestellt worden und die Regierung bleibe nach gut zwei Jahren im Amt für die Industrie ein wichtiger Gesprächspartner. Allerdings wachse man aufgrund fehlgeleiteter Politik im Trend deutlich langsamer als fast alle vergleichbaren Länder und viele EU-Nachbarn. Dass niemand die Alarmglocke läute, liege vor allem daran, dass sich in Deutschland auf veraltete Indikatoren verlasse.

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Wer in der Vergangenheit habe wissen wollen, wie es der Wirtschaft geht, habe die Arbeitslosenquote betrachtet. War sie niedrig, sei das ein gutes Zeichen gewesen. War sie hoch, galt das als Alarmsignal. »Dieser Indikator ist aber heute wegen der demografischen Entwicklung längst nicht mehr intakt. Das Wirtschaftsministerium sollte sein Augenmerk viel mehr darauf richten, wie viel investiert wird. Und da sieht es weniger gut aus.«

Der BDI-Chef verlangt eine ehrliche Debatte darüber, welche Industrien sich Deutschland angesichts der veränderten Weltlage noch leisten könne und wolle – und zu welchen Bedingungen. Zwar gefielen ihm die hohen Summen, die weltweit an Halbleiterfirmen ausgeschüttet würden, nicht. »Aber wenn Deutschland hier den einzigen Aufrechten gibt, der sich dem Spiel verweigert, dann gehen wir nicht nur bei Fabriken leer aus, sondern uns geht auch extrem wichtiges Know-how verloren«, sagte der BDI-Präsident weiter.

Klar sei allerdings, dass manche Industrie mittelfristig aus Deutschland verschwinden werde. Als Beispiel nannte Russwurm die Ammoniak-Herstellung.

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