Kursrutsch an der Börse: Dax knickt nach Notenbanker-Aussagen ein

Kursrutsch an der Börse: Dax knickt nach Notenbanker-Aussagen ein
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 05, 2024 anzeigen: 46

Börse am Morgen Dax knickt nach Fed-Aussagen ein

Die Äußerungen des US-Notenbankers Neel Kashkari hatten am Vorabend bereits die US-Börse belastet, am Freitag steht nun auch der hiesige Aktienhandel unter Druck. Es geht wie so oft um die Frage: Wann und wie stark werden die Zinsen gesenkt?

Trüber Ausblick: In Frankfurt stehen am Freitag Kursverluste an

Foto: Frank Rumpenhorst/ DPA

Dass ein Fed-Banker die Bedeutung der Inflationsbekämpfung betont, überrascht zwar nur bedingt, allerdings rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer immer noch mit einer ersten Leitzinssenkung im Sommer. Umso mehr werden sich die Blicke nun wohl auf die Arbeitsmarktdaten der US-Regierung für den Monat März richten, die am Nachmittag verkündet werden. Anleger erhoffen sich Rückschlüsse auf den Zeitpunkt einer ersten US-Leitzinssenkung. So kann ein starker Arbeitsmarkt die Inflation antreiben.

Insgesamt bewegt sich das deutsche Börsenbarometer trotz des erwarteten Rücksetzers auf hohem Niveau. Das jüngste Rekordhoch erreichte der Dax am Dienstag nach dem langen Osterwochenende bei 18.567 Zählern. Im bisher noch jungen Börsenjahr 2024 steht aktuell ein Plus von rund 10 Prozent auf dem Kurszettel. Seit dem Oktober-Tief – auf das eine Trendwende am Markt gefolgt war – summieren sich die Gewinne sogar auf mehr als 25 Prozent. Eine Korrektur – also einen auch deutlicheren Rückschlag im Aufwärtstrend – halten Börsenexperten daher sogar für „gesund“.

Tech- und Immobilienwerte unter Druck

Angesichts der verdüsterten Zinssenkungsaussichten in der weltgrößten Volkswirtschaft dürften hierzulande Aktien aus der Technologie- und der Immobilienbranche besonders leiden. Mit Blick auf Chipaktien wie die von Infineon oder des auf die Branche ausgerichteten Anlagenherstellers Aixtron könnten sich aber auch die Zahlen des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung bemerkbar machen.

Der Gewinn von Samsung erholte sich im ersten Quartal sehr deutlich. Dass die Samsung-Aktie dennoch nachgab, führten Händler vor allem auf den guten Lauf der Aktie zurück. Zudem dürften die Vortagesverluste an der technologielastigen US-Börse Nasdaq derzeit weltweit auf die Stimmung für die Branche drücken, hieß es.

US-Börse auf Tauchstation

Die zunächst freundlich tendierenden Aktienindizes in den USA gingen nach den Aussagen von Fed-Mitglied Kashkari auf Tauchstation. Allein in den letzten zwei Handelsstunden verlor der Leitindex Dow Jones Industrial fast 600 Punkte und schloss beim Stand von 38.597 Zählern mit einem Minus von 1,4 Prozent.

Beim von Technologiewerten bestimmten Nasdaq 100 sah es nicht besser aus, er büßte 1,6 Prozent auf 17.879 Punkte ein. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 1,2 Prozent auf 5147 Punkte nach unten. Von ihren Rekordhöhen, die zuvor noch in Reichweite gewesen waren, haben sich die Indizes nun etwas weiter entfernt.

Brent-Ölpreis steigt über 90 US-Dollar

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gestiegen. Kurz vor dem Wochenende ging es mit den Notierungen aber nur noch leicht nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 91,05 US-Dollar. Das waren 40 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 22 Cent auf 86,81 Dollar.

Am Donnerstagabend waren die Ölpreise noch deutlich stärker gestiegen. Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee hatte sich zeitweise um etwa zwei Dollar je Barrel verteuert – der Preis stieg erstmals seit dem vergangenen Oktober wieder über die Marke von 90 Dollar. Treiber war die Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (74) drohte für den Fall eines Angriffs Iran auf sein Land mit Konsequenzen. Zuvor hatte Iran nach einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Syriens Hauptstadt Damaskus mit mehreren Toten Vergeltung angekündigt.

Seit Anfang März sind die Ölpreise kräftig gestiegen. In dieser Zeit hat sich Brent-Öl um etwa 9 Prozent verteuert. Neben der angespannten geopolitischen Lage in der ölreichen Region des Nahen Ostens ist auch die Preispolitik des Ölverbunds Opec+, in dem neben Mitgliedstaaten des Kartells auch andere Förderländer wie Russland organisiert sind, ein wichtiger Preistreiber. Die Opec+ hatte zuletzt in dieser Woche beschlossen, an der Förderkürzung in der ersten Jahreshälfte festzuhalten.

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