E-Mobilität in Norwegen: Der Trend geht zum Dritt- und Viertauto

E-Mobilität in Norwegen: Der Trend geht zum Dritt- und Viertauto
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 05, 2024 anzeigen: 22

E-Mobilität in Norwegen Der Trend geht zum Dritt- und Viertauto

Bei der Elektromobilität ist Norwegen europäischer Spitzenreiter. Schon bald könnten mehr E-Autos als Benziner auf den Straßen fahren. Der Besitz der Fahrzeuge ist jedoch in der Bevölkerung noch sehr ungleich verteilt.

Norwegen: Natur- und Elektroauto-Eldorado

Foto: Thomas Geiger / dpa

Der Umstieg auf Elektroautos vollzieht sich nirgendwo so schnell wie in Norwegen. In den ersten Monaten dieses Jahres waren neun von zehn neu zugelassenen Autos in dem Land reine Stromer. Schon Ende dieses Jahres könnten laut Analysen mehr E-Autos auf norwegischen Straßen fahren als Benziner.

Eine Studie zeigt nun, dass die Elektroautos in der norwegischen Bevölkerung noch sehr ungleich verteilt sind. Mehr als die Hälfte der Haushalte mit batteriebetriebenen Fahrzeugen besaß drei oder mehr solcher Fahrzeuge. Das deute darauf hin, dass sich der Besitz der E-Autos bei Wohlhabenderen konzentriere, schreiben die Studienautoren im Fachmagazin „Communications Earth & Environment“.

Dafür spricht auch, dass E-Autos erst seit einigen Jahren massenhaft auf den Markt gekommen sind und als (teurere) Neuwagen zunächst wohlhabende Käufer ansprechen. Erst nach und nach gelangen sie als Gebrauchtwagen in großer Zahl in ärmere Bevölkerungsschichten. Bei Geringverdienern sind tendenziell ältere Fahrzeuge verbreitet – das sind auch in Norwegen noch überwiegend Verbrenner.

Fast jeder zehnte Haushalt gab E-Auto wieder auf

Für die Untersuchung verglichen drei Forscher aus Norwegen und den Niederlanden, wie sich der Anteil von Haushalten mit mindestens einem Elektroauto in den Jahren 2005 bis 2022 veränderte – im Vergleich zu denen, die ausschließlich Verbrenner fahren. 34 Prozent der Haushalte mit E-Autos besaßen demnach zuletzt drei oder vier, knapp 14 Prozent fünf oder mehr solcher Autos. Darüber hinaus gab fast jeder zehnte Haushalt, der einmal ein batteriebetriebenes Fahrzeug besaß, dieses in dem Zeitraum wieder auf.

Aus anderen Studien ist bekannt, dass E-Autos zumindest anfangs häufig als Zweitfahrzeuge genutzt werden, bevor die Besitzer Vertrauen in die Antriebstechnik und das Ladesäulennetz gewonnen haben. Zudem ist es in Norwegen generell zunehmend üblich, dass Haushalte drei oder vier Autos besitzen, ob mit Elektroantrieb oder als Verbrenner. Dennoch geht aus den Daten den Forschern zufolge hervor, dass die Besitzer von E-Autos durchschnittlich reicher sind und mehr verdienen.

Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die Besitzer von Elektroautos im Schnitt gebildeter sind als diejenigen von Verbrennern. Der Anteil der Haushalte mit E-Autos, bei denen mindestens eine Person eine Hochschulbildung hat, lag in jedem Jahr etwa 25 Prozentpunkte höher.

Subventionen für Elektroautos

Der Kauf von E-Autos wird in Norwegen dank hoher Einnahmen aus der Öl- und Gasindustrie großzügig unterstützt. Zwar schaffte die Regierung eine Mehrwertsteuerbefreiung für besonders teure E-Autos ab, die verbleibenden staatlichen Subventionen beliefen sich jedoch allein vergangenes Jahr auf umgerechnet mehr als 3,7 Milliarden Euro.

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Auf den deutschen Straßen hingegen sieht es für den Elektroantrieb derzeit düster aus – auch weil die Bundesregierung im vergangenen Jahr zunächst die Kaufprämie für gewerbliche Elektroautos gestrichen hatte und im Herbst überraschend auch die für private. Wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte, gingen die Elektro-Neuzulassungen im März um knapp 29 Prozent zurück und erreichten nur noch einen Anteil von 11,9 Prozent an den Neuzulassungen. Vor einem Jahr lag der Marktanteil noch bei 18,3 Prozent.

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