Kursrutsch an der Börse, Dax knickt ein, Wall Street erholt sich, starke US-Arbeitsmarktdaten

Kursrutsch an der Börse, Dax knickt ein, Wall Street erholt sich, starke US-Arbeitsmarktdaten
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 05, 2024 anzeigen: 10

Börse am Abend Dax schließt im Minus – US-Arbeitsmarktdaten verstärken Zinssorgen

Möglicherweise ausbleibende Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed setzen den Dax unter Druck. Die Wall Street erholt sich von ihrem Vortagesrutsch trotz überraschend starker US-Jobdaten.

Trüber Ausblick: In Frankfurt stehen am Freitag Kursverluste an

Foto: Frank Rumpenhorst/ DPA

Die Unsicherheit über möglicherweise ausbleibende Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed in diesem Jahr hat am Freitag den deutschen Aktienmarkt belastet. Der Dax fiel am Ende um 1,2 Prozent auf 18.175 Punkte. Trotz aller Widrigkeiten schützte die 21-Tage-Durchschnittslinie den Leitindex bislang vor einem noch stärkeren Abrutschen. Diese signalisiert den kurzfristigen Trend und verläuft bei rund 18.100 Punkten. Auf Wochensicht büßte das Börsenbarometer 1,72 Prozent ein; es ist das erste Wochenminus nach zuvor acht Pluswochen in Folge. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor am Freitag 1,3 Prozent auf 26.915 Zähler.

Dass ein Fed-Banker die Bedeutung der Inflationsbekämpfung betont, überrascht zwar nur bedingt, allerdings rechnet die Mehrheit der Marktteilnehmer immer noch mit einer ersten Leitzinssenkung im Sommer. Eine noch besser als gedachte Entwicklung des US-Arbeitsmarktes untermauert im Grunde die Befürchtungen der Anleger, dass die US-Notenbank sich länger als erhofft mit Zinssenkungen Zeit lassen könnte. Mittlerweile wird ein Zinsschritt nicht mehr im Juli, sondern erst im September erwartet.

Die US-Wirtschaft hat im März deutlich mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Außerhalb der Landwirtschaft kamen 303 000 Stellen hinzu, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 214.000 neuen Stellen gerechnet.

Viele Verlierer im Dax

Im Dax gab es angesichts der insgesamt eingetrübten Stimmung fast nur Verlierer. An der Indexspitze gewannen die Papiere der Deutschen Börse 0,6 Prozent. Diese profitiert oft von unruhigen Zeiten an den Aktienmärkten, weil dann die Handelsumsätze hoch sind.

US-Börsen trotzen starken Arbeitsmarktdaten

Trotz überraschend starker US-Arbeitsmarktdaten hat sich die Wall Street am Freitag zunächst ein wenig von ihrem Vortagesrutsch erholt. Der Dow Jones Industrial stieg in der ersten halben Stunde nach der Eröffnung um 0,3 Prozent auf 38.693 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,7 Prozent auf 17.997 Punkte. Für den marktbreiten S&P 500 ging es um 0,5 Prozent auf 5174,31 Punkte hinauf.

Am Vortag waren die Indizes noch etwas deutlicher von ihren jüngsten Rekordhochs zurückgefallen. Am Freitag untermauerte eine noch bessere Entwicklung des US-Arbeitsmarktes als gedacht im Grunde die Befürchtungen der Anleger, dass die US-Notenbank sich länger als erhofft mit Zinssenkungen Zeit lassen könnte. Mittlerweile wird ein Zinsschritt nicht mehr im Juli, sondern erst im September erwartet.

Brent-Ölpreis steigt über 90 US-Dollar

Die Ölpreise sind am Freitag weiter gestiegen. Kurz vor dem Wochenende ging es mit den Notierungen aber nur noch leicht nach oben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 91,05 US-Dollar. Das waren 40 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Mai stieg um 22 Cent auf 86,81 Dollar.

Am Donnerstagabend waren die Ölpreise noch deutlich stärker gestiegen. Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee hatte sich zeitweise um etwa zwei Dollar je Barrel verteuert – der Preis stieg erstmals seit dem vergangenen Oktober wieder über die Marke von 90 Dollar. Treiber war die Sorge vor einer weiteren Eskalation der Lage im Nahen Osten.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (74) drohte für den Fall eines Angriffs Iran auf sein Land mit Konsequenzen. Zuvor hatte Iran nach einem mutmaßlich israelischen Luftangriff auf ein Gebäude der iranischen Botschaft in Syriens Hauptstadt Damaskus mit mehreren Toten Vergeltung angekündigt.

Seit Anfang März sind die Ölpreise kräftig gestiegen. In dieser Zeit hat sich Brent-Öl um etwa 9 Prozent verteuert. Neben der angespannten geopolitischen Lage in der ölreichen Region des Nahen Ostens ist auch die Preispolitik des Ölverbunds Opec+, in dem neben Mitgliedstaaten des Kartells auch andere Förderländer wie Russland organisiert sind, ein wichtiger Preistreiber. Die Opec+ hatte zuletzt in dieser Woche beschlossen, an der Förderkürzung in der ersten Jahreshälfte festzuhalten.

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