Von Experten hagelt es Kritik: Bericht: So will Trump Russlands Krieg in der Ukraine beenden

Von Experten hagelt es Kritik: Bericht: So will Trump Russlands Krieg in der Ukraine beenden
Durch: Politik Erstellt am: April 07, 2024 anzeigen: 49

Immer wieder prahlt Trump damit, dass er bei einer Wiederwahl einen Deal zwischen Moskau und Kiew aushandeln könnte. Einem Medienbericht zufolge besteht sein Plan darin, die Ukraine dazu zu drängen, Territorium abzutreten. Bei Experten stößt der Vorschlag auf massive Kritik.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat einem Medienbericht zufolge in privaten Gesprächen seinen Plan für das Ende des russischen Angriffskrieges in der Ukraine skizziert. Wie die "Washington Post" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen meldet, gab der Republikaner bekannt, er könne den Krieg beenden, indem er die Ukraine unter Druck setze, einige Gebiete aufzugeben.

Demnach besteht Trumps Vorschlag darin, Kiew dazu zu drängen, die Halbinsel Krim und den Donbass an Russland abzutreten. Ein Insider, der das Thema direkt mit Trump besprochen haben will, erklärte der Zeitung, dass der 77-Jährige intern gesagt habe, dass sowohl Russland als auch die Ukraine "ihr Gesicht wahren wollen, sie wollen einen Ausweg". Zudem wären die Menschen in Teilen der Ukraine damit einverstanden, Teil Russlands zu sein.

"Eine dumme Idee"

Laut der "Washington Post" machten Trumps Pläne im vergangenen November während eines Treffens der konservativen Heritage Foundation in Washington die Runde. Nach Angaben mehrerer Personen, die bei der Veranstaltung anwesend waren, beschrieb der ehemalige Trump-Berater Michael Anton die Konturen von Trumps Friedensplan als Abtretung von Territorien, um Putin dazu zu verleiten, seine wachsende Abhängigkeit von China zu lockern.

James Carafano, ein Mitarbeiter der Heritage Foundation, der das Treffen einberufen hatte, lehnte es ab, sich zu der privaten Diskussion zu äußern. Gegenüber der "Washington Post" kritisierte er aber die Idee, Russland von China abzukoppeln. "Das ist eine dumme Idee", sagte er. "Alles, was man Russland geben könnte, was es wirklich schätzen würde, würde alle anderen Interessen gefährden. Die Beziehung zwischen Russland und China lässt sich nur lösen, indem man Russland zu einem schwächeren Partner macht".

"Das ist ein schrecklicher Deal"

Trump hatte in der jüngsten Vergangenheit mehrfach damit geprahlt, dass er im Falle seiner Wiederwahl innerhalb von 24 Stunden ein Friedensabkommen zwischen Russland und der Ukraine aushandeln könnte. Bislang hat sich der 77-Jährige aber geweigert, öffentlich zu erklären, wie das gelingen soll. Russland hat bereits deutlich gemacht, dass es ukrainisches Land jenseits des Donbass und der Krim annektieren will. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schloss Gebietsabtretungen an Moskau immer wieder kategorisch aus.

Emma Ashford, Forscherin der Denkfabrik Stimson Center, sagte dem Blatt, die Abtretung von Territorium für einen Waffenstillstand, würde die Ukraine in eine schlechtere Position bringen, ohne die Garantie, dass Russland nach einer Weile die Feindseligkeiten nicht doch wieder aufnimmt. "Das ist ein schrecklicher Deal", so Ashford.

"Denkt sehr stark in Schubladen"

Russland-Experten bezweifeln, dass Trumps Friedensbemühungen erfolgreich sein könnten. Trumps Team "denkt sehr stark in Schubladen, dass es sich nur um eine Ukraine-Russland-Sache handelt", sagte Trumps frühere Top-Russland-Beraterin, Fiona Hill, der Zeitung. "Sie betrachten es als einen territorialen Streit und nicht als einen Streit über die Zukunft der europäischen Sicherheit und der Weltordnung insgesamt." Die Ukraine und die europäischen Verbündeten würden sich Trumps Bestrebungen um eine Einigung mit Moskau wahrscheinlich widersetzen, so Hill.

"Kein Druckmittel, das die USA haben, wird die ukrainische Führung zu einer Politik zwingen, die innenpolitischer Selbstmord wäre", sagte Michael Kofman, Russland, Analyst beim Expertenforum Carnegie Endowment, dem Blatt. "Und kein Druckmittel, das die Vereinigten Staaten haben, kann die Ukraine dazu zwingen, Territorium abzutreten oder diese Art von Zugeständnissen zu machen. Dies ist eine Situation, in der, wenn man bereit ist, eine Hand zu geben, die andere Seite sehr rasch den Rest des Arms haben will."

Trumps Wahlkampfteam wollte keine Fragen der "Washington Post" zu dem Thema beantworten. "Alle Spekulationen über Präsident Trumps Plan stammen von anonymen und uninformierten Quellen, die keine Ahnung haben, was vor sich geht oder was passieren wird", sagte eine Sprecherin des Ex-Präsidenten. Anton teilte der Zeitung telefonisch mit, er habe seit 18 bis 24 Monaten nicht mehr mit Trump gesprochen. Zudem bestritt er, etwas über Trumps Pläne für die Ukraine zu wissen. Auf weitere Fragen antwortete er nicht.

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