J.P. Morgan: Jamie Dimon warnt vor deutlichem Anstieg der US-Leitzinsen

J.P. Morgan: Jamie Dimon warnt vor deutlichem Anstieg der US-Leitzinsen
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 08, 2024 anzeigen: 18

Brief an die Aktionäre Jamie Dimon warnt vor deutlichem Anstieg der US-Leitzinsen

Die Hoffnung auf mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr hatte die Börsen in den USA auf Rekordstände getrieben. Doch inzwischen hat sich die Stimmung gedreht. J.P.-Morgan-Chef Jamie Dimon geht sogar von einem Zinsanstieg auf 8 Prozent oder mehr aus.

Glaubt nicht an eine „weiche Landung“ der US-Wirtschaft: J.P.-Morgan-CEO Jamie Dimon

Foto: Evelyn Hockstein / REUTERS

Jamie Dimon (68) geht davon aus, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr widerstandsfähig sein und weiter wachsen wird. Gleichzeitig fürchtet der CEO von J.P. Morgan jedoch die geopolitischen Risiken wie den Krieg in der Ukraine und den Krieg zwischen Israel und der Hamas sowie die politische Spaltung in den USA. Diese Ereignisse schaffen Risiken, „die alles seit dem Zweiten Weltkrieg in den Schatten stellen könnten“, schreibt der Chef größten US-Bank in seinem viel beachteten jährlichen Brief an die Aktionäre.

Besonders besorgt äußert Dimon sich über die anhaltend hohen Ausgaben der US-Regierung sowie über die militärische Aufrüstung und den Ausbau grüner Infrastruktur in den USA. All das wirke „inflationär“. Dimon glaubt daher nicht an eine „weiche Landung“ der US-Wirtschaft. Er befürchtet sogar einen Zinsanstieg „auf 8 Prozent oder mehr“.

Aktuell liegt der Leitzins in den USA in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Die Erwartungen der Marktteilnehmer, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Zinsen in diesem Jahr bis zu dreimal senken könnte, hatte die Börsen in den USA auf Rekordstände getrieben. Doch die Inflation ist hartnäckiger als gedacht, im Februar stiegen die Verbraucherpreise um 3,2 Prozent, nach 3,1 Prozent im Januar. Auch die Renditen der wichtigen US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zogen zuletzt wieder deutlich an. In der vergangenen Woche hatte dann Fed-Mitglied Neel Kashkari die Märkte mit der Aussage geschockt, dass es in diesem Jahr möglicherweise gar keine Zinssenkungen geben werde.

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Besonderes Augenmerk legt Dimon in seinem 61-seitigen Brief auch auf das Thema künstliche Intelligenz  (KI). „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Folgen der KI außergewöhnlich sein werden“, schreibt Dimon. Die Auswirkungen seien möglicherweise genauso transformativ wie einige der wichtigsten technologischen Erfindungen der vergangenen hundert Jahre. „Man denke nur an den Buchdruck, die Dampfmaschine, die Elektrizität, den Computer und das Internet.“ Die Bank selbst habe bereits 400 Anwendungsfälle für KI gefunden, vor allem im Marketing und im Risikomanagement.

Dimon ist der am längsten amtierende Chef einer großen US-Bank. Der 68-Jährige leitet J.P. Morgan seit 2004 und ist heute einer der mächtigsten und bestbezahlten Bankchefs der USA.

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