Auch Rangnick sagt FC Bayern ab: Eberl kassiert brisanten Medienbericht zu Tuchel ein

Auch Rangnick sagt FC Bayern ab: Eberl kassiert brisanten Medienbericht zu Tuchel ein
Durch: Sport Erstellt am: April 08, 2024 anzeigen: 22

Der FC Bayern trifft im Viertelfinale der Champions League auf den herausragend starken FC Arsenal. Die Königsklasse bietet die letzte Titelchance für die Münchner. Doch flankiert wird die Vorbereitung auf das Hinspiel wieder einmal von Trainergerüchten.

Um Thomas Tuchel muss man sich keine Sorgen machen. Ein deutscher Journalist hatte sich nach Befinden des Trainers erkundigt, der es ja in den vergangenen Wochen von allen Seiten bekommen hatte. An diesem Montag etwa musste er lesen, dass sich offenbar Ex-Stürmer Miroslav Klose und Ikone Hermann Gerland bereithalten, um den Münchner Karren über die Ziellinie dieser Saison zu ziehen, sollte Tuchel beim FC Bayern doch noch gehen müssen, bevor das letzte Spiel angepfiffen worden ist. Nach Informationen der "Abendzeitung" könnte das Duo bei einem "totalen Super-Gau" beim FC Arsenal übernehmen. Sportvorstand Max Eberl war hernach eiligst bemüht, dieses medial aufgeworfene Szenario sofort abzumoderieren, und Tuchel eine Garantie zu geben.

"Ich wüsste heute nicht, was passieren müsste, dass er nicht bis Saisonende auf der Bank sitzt", sagte Eberl vor dem Abflug nach London. Er habe weiter das Gefühl, dass der Trainer die Mannschaft erreiche. "Sonst würden wir die Entscheidung nicht so fällen." Dieses Gefühl haben indes immer weniger Menschen. Zu oft wirkte Tuchel ratlos, wenn er erklären musste, warum sich seine Mannschaft gerade beim 1. FC Saarbrücken, in Bochum oder jüngst in Heidenheim blamiert hatte. "Es ist schön, dass sie sich Sorgen um mich machen, mir geht es mit der Entscheidung gut", sagte der äußerst gut gelaunte Münchner Coach am frühen Abend vorm ersten Champions-League-Duell im feinsten Zwirn zum vor Wochen schon beschlossenen Aus im Sommer. "Wir ziehen das bis zum Ende durch, das ist so vereinbart und die beste Lösung. Dazu stehen wir nach wie vor", betonte Tuchel.

"Aufgeben", so bekannte der Coach an diesem Montagabend, sei für ihn keine Option und auch keine gewesen. Nicht, als der Klub erklärte, dass die Beziehung im Sommer scheidet. Und auch nicht hernach. "Es ist am Ende nur Fußball." Er wisse auch nicht, ob ein früherer Rauswurf überhaupt "zur Debatte stand und ob ich allzu viel Mitsprache hatte". Sicher sei: Er werde "alles für den Verein geben" und "empfinde das als Privileg, das auf diesem Niveau machen zu dürfen. Ich will gewinnen und mich auf diesem Niveau beweisen." Das gilt auch für Thomas Müller. Der schaltete wieder einmal lautstark in den Kampfmodus. Arsenal solle den Münchner "Groll" auf sich und die Fußballwelt zu spüren bekommen. "Es ist nicht so, dass wir mit dem Finger in der Nase bohren und uns alles egal ist", betonte er. Die "Generalkritik" müsse warten, bis wirklich nichts mehr zu gewinnen sei.

Was alles besser werden muss

Das Tuchel'sche "Alles" konzentriert sich nun voll auf die Champions League. Auf jenen Wettbewerb, in dem es für den FC Bayern besonders gut läuft. Dort wartet am Dienstagabend im Viertelfinal-Hinspiel der FC Arsenal (21 Uhr bei Amazon Prime und im Liveticker bei ntv.de). Der Tabellenführer der Premier League, die derzeit beste Mannschaft in der wohl besten Liga der Welt. Mit dem begabten Spielmacher Martin Ödegaard, der nach einer jahrelangen Odyssee doch noch der Star geworden ist, der er als gefeiertes Wunderkind werden sollte. Mit Kai Havertz, den sie in England ebenfalls als Gescheiterten betrachtet hatten, der nun aber konstant glänzt und den Tuchel mit einem ganz besonderen Moment verbindet. "Kai hat vielleicht das beste Tor meiner Trainerkarriere erzielt." Der Offensivspieler hatte gemeinsam mit Tuchel 2021 mit dem FC Chelsea den Titel in der Königsklasse gewonnen und dabei das entscheidende Tor zum 1:0-Erfolg im Finale gegen Manchester City erzielt. Und dann ist bei Arsenal auch noch Declan Rice, den Tuchel so gerne als "Holding Six" nach München geholt hätte.

Die Champions League ist der letzte Wettbewerb, mit dem der FC Bayern seine Saison noch retten kann. In der Liga sind die Glückwünsche an Bayer Leverkusen längst ausgesprochen (auch wenn das Ding rechnerisch noch nicht durch ist) und im Pokal ist man schon eine gefühlte Ewigkeit außer Dienst gestellt. Die Bosse fürchten den "Super-GAU" der ersten titellosen Saison seit zwölf Jahren. Um nun das möglich zu machen, was dem rätselhaft taumelnden Riesen kaum noch jemand zutraut, muss sich wieder einmal alles gravierend ändern. "Wir müssen in der Verbissenheit, in unserem Investment, in der Bereitschaft auch zu leiden und uns gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, zwei Schippen drauflegen gegenüber den letzten Auftritten in der Liga", forderte Tuchel. "Wenn wir das tun, was wir bisher in der Champions League getan haben, sind wir konkurrenzfähig."

Ist diese Mannschaft aber dazu wirklich in der Lage? Mindestens einer wird das sehr intensiv analysieren. Nicht Tuchel. Sondern Eberl. Der hat bereits angekündigt, dass es im Sommer zu einem größeren Umbau kommen wird. Fast jeder Star spielt auf Bewährung. Aber bevor es an die Kaderfragen geht, muss die weiter drängendste Frage geklärt werden: Wer folgt auf Tuchel? Ein möglicher Kandidat hat an diesem Dienstag erklärt, dass er sich nicht mit dem Rekordmeister beschäftigt. Sein Name: Ralf Rangnick, aktuell Chefcoach der österreichischen Nationalmannschaft. "Es gibt überhaupt keinen Grund, darüber auch nur nachzudenken, geschweige denn zu reden", sagte er bei einem Workshop der EM-Trainer am Montag in Düsseldorf. "Ich fühle mich hier wohl. Ich habe noch Vertrag bis 2026. Unser Ziel und Weg geht auch nach der Europameisterschaft weiter."

Keine Bayern-Fans in London erlaubt

Zuletzt hatte der "Kicker" berichtet, dass die Bayern-Bosse eine Shortlist mit drei Kandidaten im Kopf haben. Neben Roberto De Zerbi und Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde auch Rangnick genannt. Das alles muss Tuchel nicht mehr interessieren, der schon einmal bei einer Medienrunde und einer Frage zu Supercoach Xabi Alonso klarmachte, dass er nichts kommentieren werde, was seine Nachfolge betreffe. Für Tuchel gibt's nur die Königsklasse. Und die Hoffnung, dass sich seine Mannschaft auf diesem Niveau wieder zusammenreißt. "Wir spielen in dieser Saison vor allem auch gegen uns selber". Daher sie die Hauptaufgabe, "die beste Version von uns zu zeigen und das beste Gesicht zu zeigen." Wie so häufig bisher, wenn die Hymne von Tony Britten ertönte.

Verzichten müssen die Bayern indes auf lautstarke Unterstützung ihrer Fans. Dies ist die Folge einer Strafe durch die Europäische Fußball-Union, die damit auf das Fehlverhalten Münchner Anhänger beim Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom reagierte. Beim 0:1 gegen Lazio Mitte Februar in Rom waren aus dem Bayern-Block Gegenstände geworfen worden, dazu wurde Pyrotechnik gezündet. Bereits Mitte Oktober war eine Bewährungsstrafe ausgesprochen worden, die für das Arsenal-Spiel umgesetzt wird.

"Wir spielen in dieser Saison vor allem auch gegen uns selber"

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Ob die beste Version des FC Bayern aber reicht, um die beste Version des FC Arsenal zu schlagen? "Die Leistung ist sehr rund, weil sich Arsenal auch als Team definiert", schwärmte Tuchel. "Mannschaft und Trainer sind eine Einheit, so spielen sie, das sieht man in jedem einzelnen Spiel. Sie dominieren im Moment die schwierigste Liga der Welt - das spricht für sich." Die Londoner sind damit aktuell der Gegenentwurf zu den Münchnern, bei denen nahezu jeder Protagonist derzeit mehr mit sich selbst beschäftigt ist, als mit dem Großen und Ganzen. Aber sie lassen zumindest nichts unversucht. Wie beim Königsklassen Coup 2013 über den BVB checkten die Bayern im noblen Hotel The Landmark ein, nur zehn Minuten Fußweg vom königlichen Regent's Park und dem berühmten Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds entfernt. Aber ein Déjà-vu in Wembley, im Endspiel am 1. Juni scheint vor dem Kracher beim FC Arsenal dennoch nur mehr Utopie.

Gute Nachrichten bekam der Trainer von der medizinischen Abteilung. Im Abschlusstraining am Vormittag in München hatte Tuchel die zuletzt fehlenden Neuer, Leroy Sané, Kingsley Coman und Noussair Mazraoui dabei. Ebenso den zuletzt erkrankten Aleksandar Pavlovic. "Jetzt erst recht! Wir sind alle heiß", versprach Sané, auch Tuchel sei anzumerken, "wie motiviert er ist". Dem Trainer geht's gut.

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