Topgehalt in der Ölindustrie: Exxon-Chef Darren Woods verdient viermal so viel wie CEOs von Shell und BP

Topgehalt in der Ölindustrie: Exxon-Chef Darren Woods verdient viermal so viel wie CEOs von Shell und BP
Durch: Wirtschaft Erstellt am: April 12, 2024 anzeigen: 448

Ölindustrie Exxon-Chef verdient viermal so viel wie seine Kollegen in Europa

Der Chef des Ölkonzerns Exxon, Darren Wood, hat für das Jahr 2023 ein Gehaltspaket eingestrichen, von dem seine Kollegen bei Shell und BP nur träumen können. Hintergrund ist nicht das Fixgehalt, sondern vor allem die enorme Bewertungslücke zwischen US-Firmen und ihrer europäischen Konkurrenz.

Gehobenes Einkommen: Exxon-Mobil-Chef Darren Woods strich für 2023 rund 37 Millionen Dollar ein

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

37 Millionen Dollar pro Jahr sind ein auskömmliches Einkommen. Selbst für einen Topmanager der Ölindustrie, der an ein stattliches Salär gewöhnt ist. Würde man Exxon-Chef Darren Woods jedoch zurufen, dass er mit seinem Gehaltspaket für das abgelaufene Jahr etwa viermal so viel Geld eingestrichen hat wie seine europäischen Konkurrenten, er käme vielleicht doch für einen Moment ins Grübeln.

Wael Swan, Chef des niederländischen Ölkonzerns Shell, musste sich mit umgerechnet knapp 10 Millionen Dollar begnügen, Murray Auchincloss, neuer Chef des britischen Ölriesen BP, nur mit minimal mehr. Das Mitleid mit Swan und Auchincloss dürfte sich bei dem selbstbewussten Woods in Grenzen halten, vielleicht hat er für seinen exorbitanten Einkommensvorsprung auch eine simple Erklärung parat: Everything is bigger in Texas.

Damit hätte Woods zum Teil sogar Recht, zumindest, wenn man Exxons Konzernsitz Texas durch USA ersetzt: Hintergrund für den extremen Einkommensvorsprung der US-Topmanager sind nicht nur die höheren Grundgehälter, sondern vor allem die deutlich höhere Bewertung von US-Konzernen gegenüber den europäischen Konkurrenten, wie die Financial Times berichtet . Zum Vergleich: Der US-Ölriese Exxon kommt an der Börse auf eine Bewertung von 300 Milliarden Euro, während Shell nur 230 Milliarden Dollar und BP nur 110 Milliarden Dollar auf die Börsenwaage bringen – obwohl alle drei Konzerne in ähnlicher Weise von den steigenden Ölpreisen seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine profitiert haben.

Die Klage europäischer Topmanager, ihre Konzerne seien gegenüber der US-Konkurrenz "massiv unterbewertet", gehört zum Standardrepertoire. Der Ölkonzern Shell hat laut "FT" in der Vergangenheit geprüft, sich in den USA an der Börse listen zu lasten. Es könnte von Vorteil sein, das Börsenlisting in die USA zu verlegen, hatte der ehemalige Shell-CEO Ben van Beurden kürzlich im Gespräch mit der FT bekräftigt.

US-Konzerne profitieren traditionell davon, dass in den USA mehr Anlegerkapital zur Verfügung steht als in Europa. Für die Ölindustrie kommt hinzu, dass die Nutzung und Ausbeutung fossiler Energien in den USA kaum hinterfragt wird, während europäische Ölkonzerne politischen Gegenwind verspüren.

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Da ein großer Teil des Gehaltspakets der Vorstände aus Boni, Aktienpaketen und Aktienoptionen besteht, profitieren US-CEOs wie Woods von diesem Bewertungsvorsprung. Mit seinen rund 37 Millionen Dollar verdiente Woods etwa 200 Mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter von Exxon. Doch damit fühlt er sich wahrscheinlich nicht überbezahlt: Apple-Chef Tim Cook kassierte im gleichen Zeitraum 63 Millionen Dollar.

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