Finanzielle Belastung wächst: Angehörige brauchen für häusliche Pflege immer mehr Zeit

Finanzielle Belastung wächst: Angehörige brauchen für häusliche Pflege immer mehr Zeit
Durch: Unterhaltung Erstellt am: Mai 21, 2024 anzeigen: 9

Die Pflege Angehöriger ist per se belastend. Der Aufwand, den Menschen dafür betreiben, nimmt in den vergangenen Jahren allerdings deutlich zu. Und tiefer in die Tasche greifen müssen sie auch. Immer mehr Menschen bleibt zudem weniger Zeit für den eigenen Job, wie eine Studie zeigt.

Angehörige, die ein Familienmitglied zu Hause pflegen müssen, werden laut einer Studie zeitlich und finanziell immer stärker beansprucht. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervor, aus der das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zitiert.

Aktuell geben die Befragten an, 49 Stunden in der Woche für pflegende Tätigkeiten wie Ernährung, Körperpflege und Medikamentengabe zu benötigen. 2019 waren es noch 43. Auch die finanzielle Belastung ist dem Bericht zufolge gewachsen. Der durchschnittliche Eigenanteil habe sich im Vergleichszeitraum trotz gestiegener Leistungen aus der Pflegeversicherung um 90 Euro auf nun 290 Euro im Monat erhöht.

Der zeitliche Aufwand hat zudem Auswirkungen auf die eigentliche Berufstätigkeit: Nur 46 Prozent der Hauptpflegenden arbeite in Vollzeit. 37 Prozent haben den Angaben zufolge eine Teilzeitbeschäftigung und 18 Prozent sind gar nicht beschäftigt. Bei den Teilzeitbeschäftigten habe über die Hälfte angegeben, die Arbeitszeit wegen der Pflege reduziert zu haben. Bei den Nicht-Erwerbstätigen hätten 28 Prozent die Tätigkeit wegen der Pflege aufgegeben.

"Es ist problematisch, dass pflegende Angehörige mit durchschnittlich 49 Wochenstunden Pflegearbeit zu Hause belastet sind und dass die häusliche Pflege offenbar dazu führt, dass fast jeder Vierte die Erwerbstätigkeit reduziert oder ganz aufgibt", sagte die AOK-Vorstandsvorsitzende Carola Reimann den RND-Zeitungen. "Wenn pflegende Angehörige - überwiegend Frauen - die Arbeitszeit reduzieren oder ganz aufhören zu arbeiten, bereitet dies Tür und Tor für Altersarmut in der nächsten Generation der zu Pflegenden." Hier müssen dringend gesetzliche Rahmenbedingungen neu geschaffen werden, um häusliche Pflege in Einklang mit beruflichen Herausforderungen möglich zu machen, so Reimann.

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