Cum-ex, Bentley, Porsche und Lufthansa – das war Dienstag, 21.05.24

Cum-ex, Bentley, Porsche und Lufthansa – das war Dienstag, 21.05.24
Durch: Wirtschaft Erstellt am: Mai 21, 2024 anzeigen: 7

Der Dienstag im Überblick Der Tag mit einem Cum-ex-Kronzeugen unter Anklage und einem Porsche-Fan als Bentley-Chef

Wer saß wo am Tisch, wer kam gerade tief gebräunt aus dem Sommerurlaub zurück – für die Ermittler im Cum-ex-Steuerbetrug war Kai-Uwe Steck (52) lange der perfekte Informant. Der Jurist spielte nicht nur eine Schlüsselrolle bei der Organisation der Taten, sondern erinnerte sich auch bis in die Details an einzelne Besprechungen. Er legte den Aufklärern um die jüngst zurückgetretene Kölner Oberstaatsanwältin Anne Brorhilker (50) die Strukturen des Steuerskandals offen. Zehn Prozesse haben sie in der Sache bisher angestrengt, ein Ende ist nicht absehbar.

Nun ist Steck selbst angeklagt. Vor Kurzem hat die Staatsanwaltschaft Köln die entsprechenden Dokumente bei Gericht eingereicht. Meine Kollegin Katharina Slodczyk hat sich mit dem Edelkronzeugen beschäftigt, dessen blumige Erinnerungen zuletzt wieder öfter angezweifelt wurden – und sie widmet sich der Frage, was die Anklage für den Stand der Cum-ex-Aufklärung bedeutet .

Getarnt: Kronzeuge Kai-Uwe Steck, fotografiert während eines Fernsehinterviews – stark verwandelt mit professioneller Maske und langen Haaren

Getarnt: Kronzeuge Kai-Uwe Steck, fotografiert während eines Fernsehinterviews – stark verwandelt mit professioneller Maske und langen Haaren

Foto: Ivo Mayr / Correctiv

Die Wirtschaftsnews des Tages:

Die Personalie des Tages:

  • Frank-Steffen Walliser (54) ist Porsche-Fans ein Begriff: Er entwickelte den Hybridsupersportwagen 918, war Rennsportchef und Baureihenleiter für 911 und 718, bevor er schließlich für alle Porsche-Modelle zuständig wurde. Nun soll er eine neue Aufgabe bekommen, weit weg von Zuffenhausen, bei der zweiten Luxusmarke des Volkswagen-Konzerns: Walliser steht unmittelbar vor der Beförderung zum Bentley-Chef , wie mein Kollege Michael Freitag recherchiert hat.

Was uns heute noch beschäftigt hat:

  • Seit Monaten wirbt Carsten Spohr (57) für den Einstieg seiner Lufthansa beim italienischen Konkurrenten Ita, der einstigen Alitalia. Auf der Hauptversammlung hat er seine Logik einer Win-win-win-Situation dargelegt (gut für: Fluggäste, Mitarbeiter, Unternehmen) und verkündet: „Wir erwarten weiterhin für den Sommer eine positive Entscheidung aus Brüssel.“ Dort stellt sich zwar Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager (56) quer, aber Spohr hofft offenbar kurz vor der Europawahl noch auf Hilfe von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65 ), wie mein Kollege Michael Machatschke notiert hat.

  • Der Berlusconi-Fernsehkonzern Media for Europe hat jüngst die Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 dominiert, wo er am Ende zwar knapp mit einem Aufspaltungsantrag scheiterte. Trotzdem ist er einer Übernahme so nah wie nie zuvor, die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Welche das sind, habe ich für Sie analysiert . Meine darauf aufbauende Prognose gebe ich hier ab: Es geht jetzt um das Wann, nicht mehr um das Ob.

  • Weltweit werden 60 Prozent des Kakaos in der Elfenbeinküste und in Ghana angebaut, wo zunehmend lange Dürren, Starkregen und Überflutungen die Ernten drücken. Binnen eines Quartals hatte sich der Preis im Winter vervierfacht. „Eine gute Nachricht“, sagte Ritter-Sport-Chef Andreas Ronken (57) meiner Kollegin Claudia Witte, „die Kakaopreise waren für die Bauern viel zu niedrig, über Jahre.“  Was er allerdings auch sagt: Die Ladenpreise für seine Tafeln werden steigen – und nicht nur für seine.

Meine Empfehlung für den Abend:

„Das Herz elektrisch, die Seele Porsche“: Porsche-Chef Oliver Blume mit E-Auto Taycan

„Das Herz elektrisch, die Seele Porsche“: Porsche-Chef Oliver Blume mit E-Auto Taycan

Foto:

Sascha Schuermann / Getty Images

  • Wie bringt Porsche seine Angestellten dazu, Elektroautos zu bestellen? Mithilfe eines Wirtschaftsnobelpreisträgers: Daniel Kahneman hatte vor gut 20 Jahren das Konzept des „schnellen Denkens“ vorgestellt, demzufolge die meisten Entscheidungen instinktiv gefällt werden, umgangssprachlich „aus dem Bauch heraus“. Vom daraus abgeleiteten Konzept des „Nudging“ haben Sie vielleicht schon mal gehört. Ein Team aus Porsche-Verantwortlichen und Wissenschaftlern hat für unseren Harvard Business manager seine Erfahrungen mit dem Anwendungsfall Porsche  aufgeschrieben – und verrät, welche „Nudges“ einen signifikanten Unterschied gemacht haben.

Viele Grüße
Ihr Henning Hinze

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