Nach zwei missglückten Versuchen: Dampfschiff-Bergung im Bodensee endgültig gescheitert

Nach zwei missglückten Versuchen: Dampfschiff-Bergung im Bodensee endgültig gescheitert
Durch: Unterhaltung Erstellt am: Mai 27, 2024 anzeigen: 8

In 210 Metern Tiefe im Bodensee liegt seit 91 Jahren das Dampfschiff "Säntis". Weil es nicht mehr fahrtauglich ist, wird es 1933 in der Seemitte zwischen Deutschland und der Schweiz versenkt. Eine Verschrottung ist zu teuer. Nun sind zwei Bergungsversuche gescheitert - das Wrack bleibt, wo es ist.

Die Bergung des historischen Dampfschiffs "Säntis" vom Grund des Bodensees ist vorerst gescheitert. Das bestätigte der Schiffsbergeverein in Romanshorn in der Schweiz. Nach mehreren technischen Rückschlägen hätten die Verantwortlichen schweren Herzens und nach reiflicher Überlegung beschlossen, die Bergung einzustellen. "In den kommenden Jahren werden möglicherweise weitere Bemühungen unternommen, das Wrack zu bergen und seine Geheimnisse zu enthüllen."

Am Sonntag war der zweite Anlauf gescheitert, dass Dampfschiff aus 210 Metern in Richtung Oberfläche zu ziehen. Die Bergung war schiefgegangen, weil die Bremsen der Seilwinde, die die Bergungsplattform zum Schiff auf dem Grund des Bodensees hätte hinunterlassen sollen, nicht gehalten hatten. Jetzt gehe es darum, das Bergematerial wieder aus dem See zu entfernen, hieß es von den Verantwortlichen.

"Das ist das Ende des Projekts", hatte Vereinspräsident Silvan Paganini in einem Livestream des Schweizer Senders "Blick TV" gesagt. Die Nachricht habe bei allen direkten Beteiligten eine Mischung aus Trauer und Enttäuschung ausgelöst, schrieb nun der Verein. Man habe aber stets betont, nur so lange weitermachen zu wollen, wie die Risiken und Kosten kalkulierbar und im Verhältnis zur Konservierung dieses "großartigen Schiffes" vertretbar geblieben seien.

Das Dampfschiff war im Mai 1933 nicht mehr fahrtauglich und in der Seemitte zwischen Romanshorn auf Schweizer und Langenargen auf deutscher Seite versenkt worden. Eine Verschrottung wurde damals als zu teuer verworfen. Das 48 Meter lange Schiff war seit 1892 auf dem Bodensee unterwegs, es konnte 400 Passagiere befördern.

Bereits ein erster Versuch, das versenkte Passagierschiff zu bergen, war Mitte April wegen technischer Probleme gescheitert. Abgesagt worden seien auch die Fahrten von Zuschauerschiffen zur Besichtigung der Bergung. Sieben Schiffe mit rund 1000 Gästen waren bereits ausgebucht.

Das Dampfschiff "Säntis" fuhr von 1892 bis 1933 auf dem Bodensee. Dann wurde es ausgemustert und im See versenkt.

(Foto: picture alliance/dpa/Schiffsbergeverein)

Nachdem beim ersten Versuch die Hilfsleinen unter dem Schiff gezogen wurden, sei beim Einziehen einer Bergeleine jedoch ein Seil gerissen und die ganze Führungsleine sei auf das Vorderdeck des Wracks abgesunken. Zudem müssten am Tauchroboter technische Teile ausgewechselt werden. Die Leinen sollen anschließend in 210 Meter Wassertiefe mit dem Tauchroboter erst entwirrt werden, bevor die Bergung weiter fortgesetzt werden kann.

Der Schiffsbergeverein wurde im Jahr 2023 gegründet. Für die Bergung des Dampfschiffs waren mehr als 250.000 Euro gesammelt worden. Seit dem erfolgreichen Crowdfunding für die Bergung des Dampfschiffs laufen die Vorbereitungen für die Aktion auf Hochtouren. Der Verein ist gemeinnützig und hat über 40 Mitglieder.

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