Grandioses Comeback nach Protest: Gesa Krause erkämpft nach Schwangerschaft Gold-Medaille

Grandioses Comeback nach Protest: Gesa Krause erkämpft nach Schwangerschaft Gold-Medaille
Durch: Sport Erstellt am: Juni 09, 2024 anzeigen: 8

Welch eine Leistung: Sechs Jahre nach ihrem EM-Titel von Berlin ist Gesa Krause wieder auf dem Treppchen bei Europameisterschaften. In Rom läuft sie nach ihrer Babypause erst zu Silber - um kurz darauf nach einer Disqualifizierung der Erstplatzierten doch noch über Gold zu jubeln.

Gesa Felicitas Krause stützte die Hände auf die Knie, dann huschte ein Lächeln über ihr Gesicht: Die deutsche Hindernisläuferin hat das Meisterschaftscomeback nach ihrer Babypause mit einem grandiosen Rennen über 3000 Meter gekrönt - und am Ende sogar die Gold-Medaille gewonnen. Die deutsche Spitzenathletin lief bei den Titelkämpfen in Rom in 9:18,06 Minuten zwar als Zweite ins Ziel, wurde nachträglich aber auf den ersten Platz vorversetzt. Die Französin Alice Finot (9:16,22) war beim letzten Wassergraben zweimal auf eine Bahnmarkierung getreten. Ein Protest des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hatte Erfolg.

Für Krause ist es die vierte EM-Medaille nach ihren Triumphen 2016 und 2018 sowie Bronze 2012. Rang zwei sicherte sich nach neuer Wertung Elizabeth Bird (Großbritannien/9:18,39) vor der Rumänin Stella Rutto (9:22,36). Lea Meyer, vor zwei Jahren in München überraschende Zweite, als Achte (9:27,85) sowie Krauses Vereinskollegin Olivia Gürth aus Trier (9:31,98) auf Rang zehn rundeten das starke deutsche Ergebnis ab.

"Eine Silbermedaille fehlte in meiner Sammlung noch. Mit meiner Vorgeschichte ist das wie ein Sieg für mich, auch wenn Gold heute nah war. Es ist das schönste Jahr meines Lebens gewesen, und jetzt bin stolz, wie ich gelaufen bin", hatte Krause am ARD-Mikrofon gesagt, als sie noch von Silber ausgegangen war. Experte Frank Busemann erklärte, Krauses Medaille sei "der Wahnsinn".

Nach der Bronzemedaille von Amanal Petros im Halbmarathon sowie Silber (Frauen) und Bronze (Männer) der DLV-Teams über die halbe Marathon-Distanz nahmen die Titelkämpfe aus deutscher Sicht allmählich Fahrt auf. Vor dem dritten Wettkampftag hatte der Deutsche Leichtathletik-Verband bei den italienischen Festspielen von Rom lediglich dank Bronze durch Yemisi Ogunleye im Kugelstoßen über eine Medaille jubeln können.

Dass auch mit "Mama Krause" zu rechnen ist, hatte sie vor ihrer Rückkehr auf die ganz große Bühne bereits bewiesen. Bei ihrem ersten Wettkampf nach der Geburt von Tochter Lola im Vorjahr knackte die zweimalige WM-Dritte gleich die Norm für die Olympischen Sommerspiele in Paris - ihr übergeordnetes Ziel in diesem Jahr. Als Jahresschnellste war sie nach Rom gereist, Druck wollte sie sich aber nicht machen. "Jeder würde gerne hören, Gesa Krause ist Mama geworden und zurück - und wird Europameisterin als wäre sie nie weg gewesen. Das klingt für mich auch toll", doch so einfach sei es eben nicht. Sie ließ es aber leicht aussehen.

Hammerwerfer Hummel mit Rekord

Im Rennen bewies die 31-Jährige einmal mehr ihr taktisches Können, war stets in Tuchfühlung zur Spitze, ohne selbst Körner als Tempomacherin zu vergeuden. In der zog sie das nun höhere Tempo mit. Am Ende war lediglich Finot schneller, legte mit verzerrtem Gesicht einen unnachahmlichen Schlussspurt hin - und wurde kurz darauf doch disqualifiziert. Krauses Tochter und ihr Partner verfolgten den starken Auftritt daheim vom Sofa.

Am Vormittag hatte Petros ebenfalls auf Gold geschielt. Als Zweiter war er ins Olympiastadion eingelaufen, vertrat sich dann aber auf einer Bahnbegrenzung und musste schließlich nicht nur den späteren Europameister Yemaneberhan Crippa, sondern auch dessen Landsmann Pietro Riva ziehen lassen. "Wir haben uns gegenseitig als Team gepusht. Das war traumhaft. Mir hat etwas der Speed am Ende gefehlt", sagte Petros, der vor zwei Jahren in München im Marathon noch undankbarer Vierter geworden war, in der ARD.

Deutschlands Hammerwerfer Merlin Hummel stellte derweil eine europäische U23-Bestleistung auf, verpasste die erste deutsche EM-Medaille mit 79,25 m seit 18 Jahren aber. Auf eine Podestplatzierung darf dagegen 200-m-Sprinter Joshua Hartmann hoffen, der seine Ambitionen mit dem Sieg im Halbfinale in 20,38 Sekunden unterstrich. Die Entscheidung fällt am Montag.

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