TICKER Europawahl: Macron löst Nationalversammlung auf und kündigt Neuwahlen an

TICKER Europawahl: Macron löst Nationalversammlung auf und kündigt Neuwahlen an
Durch: Allgemein Erstellt am: Juni 09, 2024 anzeigen: 10

In einigen Städten Frankreichs bleiben die Wahllokale bis 19 Uhr, teilweise auch bis 20 Uhr geöffnet. Das betrifft Städte wie Paris, Marseille, Bordeaux, Lyon, Villeurbannes, Gernoble, Straßburg und Gemeinden von Essonne, Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis.

17:43 Uhr: Belgien schweigt bis 18 Uhr

In Belgien gibt es noch fünf geöffnete Wahllokale in Sint-Lambrechts-Woluwe. Das Innenministerium teilte mit, dass keine offiziellen Ergebnisse veröffentlicht werden, bis alle Wahllokale geschlossen sind.

Der Vorsitzende der belgischen MR, Georges-Louis Bouchez, hinter Wahlplakaten in einem Wahllokal in Mons am 9. Juni 2024. Foto: Benoit Doppagne/Belga/AFP via Getty Images

17:35 Uhr: 27 Prozent für die FPÖ

In der Nachwahlbefragung erreicht in Österreich die Österreichische Freiheitspartei (FPÖ) mit 27 Prozent der Stimmen einen historischen Durchbruch. Es ist das erste Mal, dass die FPÖ an der Spitze steht bei österreichischen Wahlen.

Es folgen die regierenden Konservativen der ÖVP mit 23,5 Prozent, die Sozialdemokraten der SPÖ mit 23 Prozent. Grüne und Liberale der Neos-Partei sind gleichauf mit 10,5 Prozent.

Im neuen EU-Parlament käme die FPÖ demnach auf sechs Sitze und damit doppelt so viel wie bisher. Bei der Europawahl 2019 hatte die ÖVP mit einem Rekordergebnis von 34,5 Prozent auf Platz eins gelegen – vor der SPÖ mit knapp 24 Prozent. Die FPÖ landete damals noch auf dem dritten Platz mit 17 Prozent.

Die Europawahl 2019 stand in Österreich unter dem Eindruck des Ibiza-Skandals, die FPÖ erlitt damals allerdings nur leichte Verluste. Ein heimlich auf der spanischen Insel Ibiza gedrehtes Video hatte gezeigt, wie der damalige Vizekanzler Heinz-Christian Strache von der FPÖ vor der Parlamentswahl 2017 einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte im Gegenzug für Wahlhilfe Staatsaufträge in Aussicht stellte. Es folgten Ermittlungen gegen mehrere Politiker, die Regierung des damaligen Bundeskanzlers Sebastian Kurz (ÖVP) wurde zu Fall gebracht.

17:23 Uhr: Wann kommen welche Ergebnisse?

Erste Schätzungen und Nachwahlbefragungen kommen zu folgenden Zeiten (Änderungen vorbehalten):

ab 18:15 Uhr: Österreich, Zypern, Deutschland, Griechenland, Malta, Niederlande. Das sind Nachwahlbefragungen.

ab 19:15 Uhr: Bulgarien und Kroatien, auch Nachwahlbefragungen.

Zwischen 20 Uhr und 20:45 Uhr: Nachwahlbefragungen und Schätzungen aus Frankreich, Dänemark und Spanien.

Vor 21 Uhr: Das EU-Parlament wird eine erste Projektion des Plenarsaals veröffentlichen, die auf den elf Ländern basiert, für die Schätzungen bekannt sind. Für die anderen Staaten nehmen sie Daten der letzten Umfragen vor den Wahlen.

Zwischen 21:15 und 21:30 Uhr: Polen, Portugal, Rumänien, Schweden. Hier werden Schätzungen veröffentlicht.

Zwischen 23:15 und 23:30 Uhr: Das Europäische Parlament bringt eine neue Projektion des Plenarsaals aus vorläufigen Ergebnissen in 24 Ländern. Dazu zählen Teil- oder abgeschlossene Auszählungen, vorläufige Schätzungen in Polen und Italien, wo die Wahllokale um 23 Uhr geschlossen  werden.

In der Nacht werden die vorläufigen Ergebnisse verfeinert. Endgültige Ergebnisse gibt es heute nicht oder nur für bestimmte Regionen.

16:31 Uhr: Deutschland erwartet höhere Wahlbeteiligung als 2019

Bei der Europawahl in Deutschland zeichnet sich ein größeres Interesse ab als vor fünf Jahren. Bis 14:00 Uhr machten nach Angaben von Bundeswahlleiterin Ruth Brand 32,3 Prozent der Wahlberechtigten von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Briefwahlstimmen waren dabei nicht berücksichtigt. 2019 waren es zum selben Zeitpunkt 29,4 Prozent, am Ende lag die Wahlbeteiligung bei 61,4 Prozent.

Auch das war bereits ein Anstieg im Vergleich zur Vorgängerwahl 2014, wo die Wahlbeteiligung bis 14:00 Uhr bei 25,6 und die Wahlbeteiligung insgesamt schließlich bei 48,1 Prozent lag. Allerdings sind laut Bundeswahlleitung Zwischenstände von 2019 und jetzt methodisch nicht exakt vergleichbar. Die Wahllokale haben noch bis 18:00 Uhr geöffnet.

In den besonders vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Bayern gab es am Sonntag keine größeren Probleme. „Es läuft alles nach Plan“, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes des Landkreises Günzburg. „Wir mussten ein paar Wahllokale verlegen, aber nur eine Handvoll.“

Mittlerweile seien alle Kommunen des Landkreises wieder telefonisch und per Internet erreichbar und könnten später auch ihre Ergebnisse übermitteln. Die Region Günzburg war von den Fluten am ersten Juni-Wochenende und danach besonders betroffen.

Auch aus dem hochwassergebeutelten Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm meldete ein Sprecher des Landratsamtes: „Es läuft völlig problemlos.“ Zwei Wahllokale seien verlegt worden, aber das wüssten die betroffenen Wähler.

16:16 Uhr: Belgien hat erste Schätzungen

In Belgiens Hauptstadt Brüssel standen Wähler teilweise bis zu zwei Stunden an. Auch hier sind viele Erstwähler (ab 16 Jahren) und lange Wahlzettel möglicherweise Gründe, warum die Schlangen sehr lang wurden. Technische Probleme lagen laut dem Innenministerium kaum vor. In Sint-Lambrechts-Woluwe bleiben wegen technischen Problemen die Wahllokale bis 18 Uhr und damit zwei Stunden länger geöffnet, wie Bürgermeister Olivier Maingain mitteilt.

Erste vorläufige Ergebnisse sehen in der kleinsten belgischen Gemeinde, Herstappe, die flämischen Liberalen mit der Open VLD an der Spitze (26 Prozent), gefolgt von den flämischen Cristdemokraten (CD&V) mit 20 Prozent. Vlaams Belang liegt hier bei 17 Prozent.

In Antwerpen kam es zum Mittag zu einem Zwischenfall. Dort zog ein Mann den Stecker eines Stromkabels eines Wahlbüros. Alle Wahlcomputer mussten wieder hochgefahren werden.

15:46 Uhr: Wahlbeteiligung Deutschland bei 32 Prozent

In Deutschland lag die Beteiligung um 14 Uhr bei 32,3 Prozent. 2019 lag sie zur gleichen Zeit bei 29,4 Prozent. Der Zwischenstand der Wahlbeteiligung bis zum Nachmittag wurde wie immer auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen ermittelt. Allerdings ist dieser nur eingeschränkt vergleichbar, da die Briefwähler dabei nicht erfasst werden – und deren Zahl ist heutzutage in der Regel deutlich höher als früher.

Hingegen ist die Wahlbeteiligung in Spanien verglichen mit 2019 gesunken: Um 14 Uhr betrug sie in diesem Jahr 28 Prozent. 2019 waren es zu dieser Zeit 34,7 Prozent.

Ungarn meldete um 13 Uhr eine Wahlbeteiligung von 33 Prozent. Das ist die höchste Beteiligung, die jemals seit dem Beitritt dieses Landes zur Europäischen Union im Jahr 2004 bekannt war. Auch in Ungarn finden gleichzeitig Kommunalwahlen statt.

In Slowenien lag die Wahlbeteiligung bei 11,7 Prozent (11 Uhr), auch ein neuer Rekord. Hier finden gleichzeitig drei Referenden statt.

Ein traditionell gekleideter Pferdehirte gibt seine Stimme in einem ungarischem Wahllokal in der Gemeinde Hortobagy ab.

Ungarn: Ein traditionell gekleideter Pferdehirte gibt seine Stimme in einem ungarischem Wahllokal in der Gemeinde Hortobagy ab. Foto: Zsolt Czegledi/MTI/AP/dpa

Von Tschechien wurden keine Ergebnisse veröffentlicht. Hier fanden die Wahlen am Freitag und Samstag statt. Der Innenminister sprach von einer „Rekord“-Wahlbeteiligung.

Die Slowakei erreichte (gestern) eine Wahlbeteiligung von 34,4 Prozent. Dort kam vorläufigen Ergebnissen zufolge die Progressive (zentristische) Slowakei-Partei mit fast 28 Prozent der Stimmen an die Spitze. Es folgt die national-populistischen Partei Smer-SD von Premierminister Robert Fico, die knapp 25 Prozent der Stimmen erhält. Die Partei Republika würde mit 12,5 Prozent der Stimmen den dritten Platz erreichen und zwei Sitze gewinnen.

In Schweden konnten die Menschen seit dem 22. Mai in öffentlichen Einrichtungen wie Bibliotheken ihre Stimme abgeben gehen. Auch heute waren noch Wahllokale geöffnet. Erwartet wird, dass die rechtspopulistische Schwedendemokraten, die mittlerweile zweitstärkste Kraft im Parlament sind, zulegen.

15:45 Uhr: Dänen haben am meisten Vertrauen in die EU

Laut der Frühjahrsausgabe 2024 des von den EU-Institutionen verwendeten Umfrageinstruments Eurobarometer haben nur 34 Prozent der Franzosen Vertrauen in die EU, was weit unter dem EU-Durchschnitt von 49 Prozent liegt. Damit sind die Franzosen das EU-Mitgliedsland mit der höchsten Zahl an Euroskeptikern.

Im Gegensatz dazu sind die Dänen (69 Prozent), gefolgt von den Portugiesen und Litauern (68 Prozent) und den Schweden (63 Prozent) die Menschen in den Mitgliedstaaten, die am meisten Vertrauen haben.

Frankreichs Bevölkerung lehnt allerdings nicht das europäische Projekt an sich ab, das von den Gründervätern Europas nach dem Zweiten Weltkrieg erdacht wurde. Sie ist kritisch gegenüber bestimmten Auswüchsen der EU und ihrer Institutionen wie der übermäßigen Normen.

15:00 Uhr: Wahlbeteiligung in Frankreich

In Frankreich lag die Wahlbeteiligung am Sonntagmittag bei 19,81 Prozent. Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts Ipsos war dies der höchste Wert für eine EU-Wahl in dem Land.

Präsident Emmanuel Macron gab seine Stimme im nordfranzösischen Le Touquet ab. In den Umfragen lag die Partei Rassemblement National (RN) deutlich in Führung. Sie kann demnach auf über 30 Prozent hoffen, während Macrons Renaissance bei 15 Prozent lag.

14:23 Uhr: Wahllokale zerstört oder nicht zugänglich – neue aufgebaut

Schwere Unwetter in der Nacht zum Sonntag haben in vielen Teilen Österreichs zu Überschwemmungen und Schäden geführt und kurzzeitig die Europawahl behindert.

In der Steiermark musste aufgrund einer Mure die Pyhrnautobahn (A9) bei Übelbach bis voraussichtlich mindestens Montag gesperrt werden. Mehrere Menschen wurden aus Übelbach ausgeflogen, berichtete der Sender Ö3 im Onlinedienst X. Wie die Landeswarnzentrale der Nachrichtenagentur APA mitteilte, waren die Häuser der Betroffenen von der Außenwelt abgeschnitten.

Gleich mehrere Wahllokale für die Europawahl waren durch die schweren Unwetter nicht zugänglich oder wurden sogar zerstört. Betroffen waren laut APA etwa Wahllokale in Deutschfeistritz nördlich von Graz sowie im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld. Den Angaben zufolge reagierten die zuständigen Stadtverwaltungen „sehr rasch“ und verlegten die Wahllokale.

Eine unterspülte Brücke über den Angerbach ist in Neudau, Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, Südostösterreich, am 9. Juni 2024. Ein Gewitter und starke Regenfälle führten zu mehreren Unwettereinsätzen in der Steiermark. Foto: Wolfgang Dolesch/APA/AFP via Getty Images

In Deutschfeistritz, Eggersdorf und im Grazer Viertel Nord-Andritz wurde laut APA zwischenzeitlich Zivilschutzalarm ausgelöst, der am Morgen jedoch wieder aufgehoben wurde. Im Burgenland, wo vor allem der Bezirk Oberwart betroffen war, wurde dem APA-Bericht zufolge die Unterstützung des Bundesheeres angefordert. Für den gesamten Bezirk galt demnach der Katastrophenfall.

Auch in Tirol kam es infolge von Starkregen und Hagel am Samstagabend zu Murenabgängen. In Niederösterreich musste die Polizei vor allem im Süden ausrücken, hauptsächlich für Auspumparbeiten. In Oberösterreich waren nach Unwettern insgesamt 1.700 Hilfskräfte im Einsatz.

14:13 Uhr: Belgiens Wahllokale schließen um 16 Uhr

In Belgien haben die Wahllokale bis 16 Uhr geöffnet. Parallel zur Europawahl wählten die rund 8,5 Millionen Wahlberechtigten auch ein neues Parlament. Prognosen werden nach Schließung der Wahllokale erwartet. Die amtierende Koalition unter Regierungschef Alexander De Croo könnte ihre Mehrheit verlieren. De Croos Regierungsbündnis gehören Sozialdemokraten, Grüne, Liberale und Christdemokraten an.

Die Partei Vlaams Belang könnte sich laut den Umfragen 26 der 150 Sitze in der Abgeordnetenkammer sichern und damit zur stärksten Kraft werden. Die Partei fordert die Unabhängigkeit für die Region Flandern und will Einwanderern die Sozialleistungen streichen. Erwartet wird erneut eine langwierige Regierungsbildung. Nach der Wahl 2019 stand die Koalition erst nach 493 Tagen.

Neben dem nationalen Parlament wurden am Sonntag in Belgien auch die Regionalkammern neu gewählt. Anders als in Deutschland herrscht in Belgien Wahlpflicht.

13:00 Uhr: Wahl ohne größere Zwischenfälle

Laut Bundeswahlleiterin Ruth Brand ist die Europawahl ohne größere Zwischenfälle angelaufen. Das sagte sie in einem Berliner Wahllokal. „Bisher haben wir keine Nachrichten von den Landeswahlleitungen, dass es relevante Störungen gibt. Also aus unserer Sicht läuft sie bisher normal und gut.“

München meldet eine hohe Wahlbeteiligung, mehr als vor fünf Jahren. Bis 13:00 Uhr gaben 52,4 Prozent der Wähler ihre Stimme ab. 2019 waren es zu gleichen Zeit 45,7 Prozent. In Sachsen war die Wahlbeteiligung ähnlich wie vor fünf Jahren: Stand 12 Uhr gaben 20,9 Prozent ihre Stimmen ab, 2019 waren es 21,9 Prozent. Rheinland-Pfalz berichtet über eine Wahlbeteiligung von 48 Prozent (12 Uhr), 2019 waren es zu diesem Zeitpunkt 45 Prozent. 37 Prozent haben per Briefwahl gewählt.

Umfragen deuteten auf einen Rechtsruck im Europäischen Parlament hin. Allerdings dürfte letzten Erhebungen zufolge die konservative Europäische Volkspartei (EVP), der auch CDU und CSU angehören, weiter die meisten Abgeordneten stellen. Laut einer Politico-Umfrage könnte sie 173 Sitze erringen, die Sozialdemokraten (S&D) könnten 143 Abgeordnete stellen und die Liberalen 75.

Die Rechtsaußen-Fraktion Europäische Konservative und Reformer (EKR) mit der Partei von Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni käme der Umfrage zufolge auf 76 Sitze, die kleinere Fraktion Identität und Demokratie (ID) um Frankreichs Rechtspopulistin Marine Le Pen auf 67 Abgeordnete.

12:48 Uhr: Bundesweite Spitzenkandidaten

Der Bewerber auf Platz 1 der Bundesliste ist jeweils der Spitzenkandidat der Partei zu den Europawahlen. Das sind:

SPD: Katharina Barley
Grüne: Terry Reintke

AfD: Maximilian Krah
FDP: Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Linke: Martin Schirdewan

Die Union hat aufgrund ihrer Landeslisten keinen bundesweiten Spitzenkandidaten und wirbt mit Ursula von der Leyen.

In einem Wahllokal in Budapest, Ungarn, 9. Juni 2024. Foto: Attila Kisbenedek/AFP via Getty Images

11:19  Uhr: Wirtschaftsweise warnt vor europafeindlichen Parteien

Die Chefin der sogenannten Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, hat vor Erfolgen europafeindlicher Parteien bei der Europawahl gewarnt. Bedroht seien Wohlstand und Sicherheit. Ein Ergebnis, das die EU infrage stellen und darauf setzen würde, die einzelnen Länder gegeneinander auszuspielen, „würde genau diesen Wohlstand und die Sicherheit gefährden, die wir in jahrzehntelanger Zusammenarbeit geschaffen haben“.

Die aktuellen Krisen würden zeigen, wie wichtig es sei, in Europa verlässliche Partner zu haben, betonte Schnitzer. Die Wirtschaftswissenschaftlerin verwies auf Großbritannien. Dort frage die junge Generation, warum die Mitgliedschaft in der Europäischen Union so leichtfertig aufgegeben worden sei.

Neukaledonien: Bewohner des Viertels Haut-Magenta versammeln sich, um ihr Viertel in der Rue du 24 Septembre zu schützen. Die Wahllokale für der Europawahl öffneten im französischen Pazifikterritorium Neukaledonien unter hohen Sicherheitsschutz. Erst im Mai kam es zu tödlichen Ausschreitungen. Foto: Delphine Mayeur/AFP via Getty Images

10:01 Uhr: Deutscher könnte Bürgermeister von Florenz werden

Der für die Partei Fratelli d’Italia antretende gebürtige Deutsche Eike Schmidt könnte bei den italienischen Kommunalwahlen am Sonntag zum Bürgermeister von Florenz gewählt werden. Der 56-Jährige war bis zum vergangenen Jahr Direktor der weltberühmten Uffizien.

Im Kommunalwahlkampf wurde er neben der Regierungspartei von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni auch von deren Koalitionspartnern unterstützt.

Florenz ist bisher eine Hochburg der italienischen Linken, der im Dezember eingebürgerte Schmidt könnte bei der Wahl jedoch von der Zerstrittenheit der linken Parteien profitieren. In den Umfragen lag zuletzt Schmidts Rivalin Sara Funaro von der Demokratischen Partei (PD) vorn. Im Falle ihres Wahlsieges würde Funaro die erste Frau an der Spitze der toskanischen Regionalhaupstadt.

8:23 Uhr: Palästina-Aktivisten stören Scholz-Auftritt in Duisburg

Am 8. Juni wurde der Wahlkampfabschluss der SPD in Duisburg gestört. Pro-Palästinensische Demonstranten hatten sich die Hände rot gefärbt und demonstrierten gegen Israels Militäroperationen im Gazastreifen.

Schon im Vorfeld hatte das Bündnis „Duisburg stellt sich quer“ in den sozialen Medien gegen den SPD-Spitzenkandidaten Olaf Scholz mobil gemacht. Auf Facebook hieß es: „Kommt und protestiert gegen eine Politik der Hochrüstung, des Sozialabbaus und der Repression gegen die Palästina-Solidarität!“ Das Bündnis bezeichnete Scholz als „Kriegskanzler“, dem man einen gebührenden Empfang bereiten wolle. Auf Instagram warb die Gruppe „Offenes Antifaschistisches Treffen Duisburg“ für die Demo.

Da mehrere Versammlungen und Veranstaltungen im Innenstadtbereich angemeldet waren, war die Polizei mit entsprechenden Kräften bereits vor Ort.

Am Rande der Wahlkampf-Veranstaltung kam es zu einer nicht angemeldeten Versammlung, bei der drei Rauchtöpfe von Versammlungsteilnehmern angezündet wurden, heißt seitens der Polizei. Eine bislang unbekannte Person habe ein Bengalisches Feuer gezündet.

Die Polizei leitete entsprechende Strafverfahren ein. Von 84 Personen wurden die Personalien festgestellt. Währenddessen versammelten sich rund 60 Personen spontan, um gegen die polizeilichen Maßnahmen zu demonstrieren.

Eine pro-palästinensische Demonstrantin hält ihre mit roter Farbe bemalte Hand hoch. Sie protestiert während der SPD-Kundgebung am 8. Juni 2024 in Duisburg. Foto: Ina Fassbender/AFP via Getty Images

7:37 Uhr: Belgien und Bulgarien

Belgien wählt heute gleichzeitig ein neues Parlament. Neben dem nationalen Parlament werden die Regionalkammern neu gewählt. Auf Bundesebene könnte die amtierende Koalition unter Regierungschef Alexander De Croo ihre Mehrheit verlieren. Ihr gehören Sozialdemokraten, Grüne, Liberale und Christdemokraten an.

Mit Zugewinnen kann unter anderem die Rechtsaußen-Partei Vlaams Belang rechnen. Die Vlaams Belang strebt die Unabhängigkeit der niederländischsprachigen Region Flandern an. Sie lehnt eine multikulturelle Gesellschaft ab und fordert die Assimilation von Einwanderern an die flämische Kultur.

Auch in Bulgarien findet gleichzeitig die vorgezogene Parlamentswahl statt. Mit der sechsten Wahl innerhalb von drei Jahren könnte ein alter Bekannter, der ehemalige Regierungschef Bojko Borissow, in die Führung des ärmsten Landes der EU zurückkehren.

Im Wahlkampf stellte er die Bildung einer Koalition in Aussicht, mit der die jahrelange politische Instabilität in dem Land beendet werden soll. Als möglichen Partner dafür brachte sich bereits die Partei der türkischen Minderheit DPS ins Gespräch. In aktuellen Umfragen liegt Borissows konservative Gerb-Partei derzeit mit rund 25 Prozent vorn.

Das liberale Reformbündnis PP-DP, mit dem die Konservativen nach der vorherigen Wahl im vergangenen Jahr eine Koalition eingingen, musste massive Verluste hinnehmen und kommt auf knapp 15 Prozent.

7:00 Uhr: Die Wahllokale öffnen

In Deutschland und den meisten anderen EU-Ländern stimmen die Wähler am Sonntag über die Zusammensetzung des Europaparlaments ab. In Griechenland und einigen anderen östlich gelegenen Staaten öffneten die Wahllokale um 7:00 Uhr vor dem Wahlbeginn in anderen Mitgliedstaaten.

Insgesamt sind bei den Europawahlen mehr als 360 Millionen Europäer zum Urnengang aufgerufen, um 720 Mitglieder des Europäischen Parlaments zu bestimmen.

96 EU-Abgeordnete werden aus Deutschland kommen, wo rund 65 Millionen Menschen wahlberechtigt sind. Die deutschen Wahllokale sind am Sonntag von 8:00 bis 18:00 Uhr geöffnet – danach werden die ersten Prognosen auf Grundlage von Nachwahlbefragungen erwartet.

In Deutschland treten mehr als 1.400 Kandidaten aus 35 Parteien und sonstigen Gruppierungen an. Erstmals dürfen auch Wähler im Alter von 16 und 17 Jahren an der Europawahl in Deutschland teilnehmen – dies betrifft laut Statistischem Bundesamt rund 1,4 Millionen Menschen.

Ergebnisse für die EU kommen nach 23 Uhr

Ergebnisse für die gesamte EU werden erst am späten Abend veröffentlicht, wenn in allen EU-Staaten die Wahllokale geschlossen sind. In Italien ist die Wahl erst um 23:00 Uhr vorbei.

Ab 20:15 Uhr gibt es von der EU aber erste Prognosen für das Europaparlament auf Basis von Nachwahlbefragungen und Teilergebnissen.

Als Erste hatten am Donnerstag bereits die Wahlberechtigten in den Niederlanden ihre Stimme abgegeben, am Freitag folgten Irland und Tschechien, am Samstag Italien, die Slowakei, Lettland, Malta und die französischen Überseegebiete. In Italien wird die Abstimmung am Sonntag fortgesetzt. In Belgien und Bulgarien finden am Sonntag auch Parlamentswahlen statt.

Umfragen deuteten auf einen Rechtsruck im Europäischen Parlament hin. In den Niederlanden lag das rot-grüne Bündnis ersten Prognosen zufolge knapp vor der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders. (afp/dpa/dts/red)

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