Nach Wahlsieg bei Europawahl: FPÖ will "Remigrationskommissar" in EU entsenden

Nach Wahlsieg bei Europawahl: FPÖ will
Durch: Politik Erstellt am: Juni 11, 2024 anzeigen: 13

In Deutschland sorgte das Wort "Remigration" für einen Sturm der Entrüstung, ganz anders in Österreich. Dort fordert die bei der Europawahl siegreiche FPÖ sogar die Ernennung einer entsprechenden Kommissarin. Die will sie auch gleich selbst stellen.

Die aus der Europawahl in Österreich als stärkste Kraft hervorgegangene rechtspopulistische Partei FPÖ hat das Recht auf die Ernennung eines europäischen "Remigrationskommissars" gefordert. "Was ich in den letzten Wochen mitbekommen habe (...), war, dass es vor allem ein Bedürfnis nach vernünftiger Migrationspolitik gibt, dass es ein Bedürfnis nach Remigration gibt", sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker in Wien vor Journalisten.

"Wir brauchen einen Remigrationskommissar, eine Remigrationskommissarin", sagte Hafenecker weiter. Wie die Nachrichtenagentur APA berichtete, schlug er die FPÖ-Abgeordnete Susanne Fürst für den Posten vor.

Die FPÖ sei erstmals in ihrer Geschichte bei der EU-Wahl "als erstes über die Ziellinie gegangen" und habe nun das Recht darauf, den Posten zu besetzen, betonte Hafenecker. Es sei "eigenartig", dass die ÖVP mit der "krachendsten Wahlniederlage" bei einer EU-Wahl auf die Idee komme, den Kommissar zu stellen.

Jedes EU-Land entsendet traditionell einen Kommissar oder eine Kommissarin in die EU-Kommission. Vorgeschlagen werden sie von den jeweiligen Regierungen. In Österreich hatte die konservative Regierungspartei ÖVP bei der Europawahl 24,7 Prozent der Stimmen erhalten - 2019 war sie noch mit einem Rekordergebnis von 34,5 Prozent stärkste Kraft geworden. Die FPÖ kam bei der Wahl am Sonntag auf 25,4 Prozent.

Die einwanderungsfeindliche FPÖ vertritt das Konzept der "Remigration", wonach Menschen mit nicht-europäischem ethnischem Hintergrund, die sich ihrer Meinung nach nicht integriert haben, ausgewiesen werden sollen. Im Jahr 2023 hatte Parteichef Herbert Kickl bereits gefordert, Integrationsverweigerern die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.

Der konservative Kanzler Karl Nehammer gab indes das genaue Datum für die anstehende Parlamentswahl bekannt. "In der morgigen Sitzung des Ministerrats wird der 29. September als Termin für die Nationalratswahlen fixiert", schrieb Nehammer auf X. Den Umfragen zufolge wird die FPÖ auch die Parlamentswahl gewinnen. Allerdings ist fraglich, ob sie Koalitionspartner findet, um eine Regierung bilden zu können.

Gegründet wurde die einwanderungsfeindliche FPÖ in den 1950er-Jahren von früheren Nazis. Seit den 1980er-Jahren war sie wiederholt an Bundesregierungen in Wien beteiligt, zuletzt von 2017 bis 2019 mit der ÖVP.

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