Als Abgeordneter Le Pen stoppen: Frankreichs Ex-Präsident Hollande kandidiert bei Neuwahl

Als Abgeordneter Le Pen stoppen: Frankreichs Ex-Präsident Hollande kandidiert bei Neuwahl
Durch: Politik Erstellt am: Juni 15, 2024 anzeigen: 10

Präsident Frankreichs war er schon, dennoch kandidiert François Hollande bei der anstehenden Neuwahl erneut: als Abgeordneter. Was nach einem Rückschritt aussieht, sei dringend notwendig. Angesichts der starken Rechten sei eine "außergewöhnliche Entscheidung" notwendig, so Holland.

Der frühere französische Präsident François Hollande hat überraschend seine Kandidatur bei der anstehenden Neuwahl des Parlaments in Frankreich angekündigt. Hollande sagte in Tulle in seiner zentralfranzösischen Heimatregion Corrèze, er habe diese Entscheidung getroffen, weil "die Lage ernst" sei - "mehr als sie es je gewesen ist". Die Gefahr durch die extreme Rechte sei da. "Seit der Befreiung (von den Nazis) war die extreme Rechte noch nie so nah an der Macht." Der Sozialist fügte hinzu: "In einer außergewöhnlichen Lage, eine außergewöhnliche Entscheidung."

Hollande räumte ein, dass es doch sehr ungewöhnlich sei, dass ein ehemaliger Präsident sich in einem Wahlkreis als Abgeordneter zur Wahl stelle. Der 69-Jährige war von 1988 bis 1993 sowie von 1997 bis 2012 Abgeordneter von Corrèze. Präsident war er in Frankreich von 2012 bis 2017.

Hollande unterstützt den Zusammenschluss linker Parteien, die so den rechtspopulistischen Rassemblement National (RN) stoppen wollen. Auf die Frage, ob er auch Premierminister werden wolle, entgegnete Hollande, es gehe ihm nicht um sein persönliches Fortkommen: "Ich war Präsident der Republik, ich strebe nichts für mich persönlich an." Er rief die Franzosen auf, in der zweiten Wahlrunde die Rechtspopulisten zu stoppen.

Hunderttausende demonstrieren gegen Le Pen

Ähnlich wie Hollande sahen es offenbar auch Hunderttausende Franzosen, die bei landesweiten Demonstrationen auf die Straße gingen. Polizeiangaben zufolge nahmen im ganzen Land rund 250.000 Menschen an den Kundgebungen in zahlreichen Städten teil. Die Veranstalter sprachen sogar von rund 640.000 Demonstranten. Allein in Paris versammelten sich laut Angaben der Polizei 75.000 Demonstranten. Die Veranstalter sprachen in der Hauptstadt von 250.000 Teilnehmern. Laut der Gewerkschaft CGT gab es in ganz Frankreich 182 Veranstaltungen.

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Viele der Teilnehmer schwenkten die französische Flagge, einige trugen mit Blick auf den Aufstieg der rechtsnationalistischen Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen Spruchbänder wie "Man muss nicht den RN wählen, um Frankreich zu lieben".

Die rechtsnationalistische Partei Rassemblement National (RN) hatte bei der Europawahl vor rund einer Woche rund 31,5 Prozent der Stimmen eingesammelt. Als Reaktion darauf hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron das Parlament aufgelöst und kurzfristig Neuwahlen zur Nationalversammlung ausgerufen. Diese finden in zwei Runden am 30. Juni und 7. Juli statt.

Umfragen zufolge könnte der RN auch bei der Parlamentswahl auf ein ähnlich hohes Ergebnis wie bei der Europawahl kommen. Damit wäre die Partei die stärkste Kraft im Parlament und könnte unter Umständen sogar den Premierminister stellen.

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