Verstrickung in Hamas-Angriff: Israels Armee: UNRWA beschäftigt "mehr als 450 Terroristen"

Verstrickung in Hamas-Angriff: Israels Armee: UNRWA beschäftigt
Durch: Politik Erstellt am: März 04, 2024 anzeigen: 20

Schon seit geraumer Zeit beschuldigt die israelische Regierung das UN-Palästinenserhilfswerk, dass seine Mitarbeiter im Dienst der Hamas stünden. Die Rede war zunächst von einem Dutzend. Nun behauptet das Militär, hunderte Mitglieder der Terrororganisation arbeiteten beim UNRWA.

Israel hat dem UN-Palästinenserhilfswerk UNRWA vorgeworfen, hunderte Mitglieder der islamistischen Hamas und weiterer radikaler Organisationen zu beschäftigen. Das UNRWA beschäftige "mehr als 450 Terroristen", erklärte die israelische Armee.

Dazu verbreitete die Armee eine Aufnahme, auf der ihr zufolge ein "Terrorist" zu hören ist, der als Arabischlehrer an einer vom UNRWA betriebenen Schule arbeitet. Darin beschreibt der Mann demnach, wie er bei dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober nach Israel eingedrungen sei. Zudem sagt er demnach in der Aufnahme, er halte israelische Frauen als Geiseln. Die Nachrichtenagentur AFP konnte die Vorwürfe zunächst nicht unabhängig überprüfen. Bereits Ende Januar waren gegen das UNRWA schwere Vorwürfe bekannt geworden. Damals hieß es, zwölf Mitarbeiter stünden im Verdacht, in den beispiellosen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober verstrickt gewesen zu sein.

Guterres nannte Vorwürfe glaubwürdig

Auch Israels UN-Botschafter Gilad Erdan sagte bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen, von den 13.000 UNRWA-Mitarbeitenden im Gazastreifen seien Hunderte "aktive Terroristen", zwölf Prozent seien Mitglieder von Hamas oder der Gruppe "Islamischer Dschihad in Palästina". "UNRWA hat sich als maßgeblicher Teil der Terrormaschinerie der Hamas erwiesen", sagte er. Auch diese Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Mehrere westliche Länder haben wegen der Anschuldigungen ihre Zahlungen an UNRWA eingefroren, darunter die beiden größten Geldgeber, die USA und Deutschland. UN-Generalsekretär António Guterres nannte die Vorwürfe in der Vergangenheit glaubwürdig und versprach umfassende Aufklärung. Die Zusammenarbeit mit mehreren Angestellten sei sofort beendet worden. Nach dpa-Informationen nannten die israelischen Behörden den UN im Januar zwölf Namen und Geodaten von Telefonen vom 7. Oktober. Diese wurden von den Vereinten Nationen überprüft und stützten den Verdacht. Bei dem Hamas-Terrorangriff in Israel wurden etwa 1200 Menschen getötet.

UNRWA kümmert sich bereits seit Jahrzehnten speziell um die Belange palästinensischer Flüchtlinge im Nahen Osten und betreibt unter anderem Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen. Insgesamt arbeiten mehr als 30.000 Menschen für die Organisation, etwa 13.000 allein im Gazastreifen. Dort gilt UNRWA für die humanitäre Versorgung von mehr als zwei Millionen Zivilisten, die unter den Folgen des Gaza-Krieges leiden, momentan als alternativlos.

Das UNRWA warf derweil Israel vor, Angestellte des Hilfswerks "gefoltert" zu haben. "Einige" UNRWA-Mitarbeiter hätten ihren Teams berichtet, dass sie bei der Befragung zur Beziehung zwischen dem Hilfswerk und der Hamas "unter Folter und Misshandlung zu Geständnissen gezwungen" worden seien, erklärte das UN-Palästinenserhilfswerk.

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