Gab er sich als Opfer aus?: Ermittler: LKW-Fahrer tötet Frau und verschickt rätselhafte Mails

Gab er sich als Opfer aus?: Ermittler: LKW-Fahrer tötet Frau und verschickt rätselhafte Mails
Durch: Unterhaltung Erstellt am: Juli 09, 2024 anzeigen: 7

Auf der italienischen Urlaubsinsel Sardinien fehlt seit Mitte Mai jede Spur von Francesca D. Die Ermittler gehen von einem Verbrechen aus - stehen aber zunächst vor einem Rätsel. Denn vom Handy der Vermissten werden in regelmäßigen Abständen Nachrichten versendet. Nun gerät ihr Ehemann ins Visier.

Auf Sardinien verschwindet eine 42-Jährige spurlos - und ihr Ehemann steht im Verdacht, sie getötet zu haben. Die italienischen Ermittler nahmen den 43-jährigen LKW-Fahrer aus San Sperate bei Cagliari fest, nachdem seine Ehefrau, Francesca D., Mitte Mai das letzte Mal gesehen wurde. Da nach ihrem Verschwinden weiterhin Nachrichten vom Handy der Frau verschickt wurden, standen die Behörden zunächst vor einem Rätsel. Nun haben sie einen Verdacht: Igor S. tötete seine Frau und nutzte anschließend ihr Handy, um vorzutäuschen, dass sie noch lebt.

D. wurde Ende Mai von ihrem Bruder und einem Arbeitskollegen als vermisst gemeldet, nachdem sie einige Tage nicht zur Arbeit erschienen war. Die Polizei schloss einen Selbstmord oder freiwilliges Weglaufen schnell aus - und konzentrierte ihre Ermittlungen auf die Beziehung zu S., wie die Zeitung "Corriere della sera" berichtet. Demnach gab es schnell Indizien dafür, dass sich die Ehe in einer schwierigen Phase befand.

Zudem kam es den Ermittlern verdächtig vor, dass S. seine Ehefrau nicht vermisst meldete. S. gab den Berichten zufolge an, er glaubte, dass seine Ehefrau sich eine Auszeit nehmen wollte, um "nachzudenken". Ähnliches wollte er laut den Behörden auch Freunden und Angehörigen von D. glaubhaft machen, indem er ihnen Nachrichten vom Handy seiner Ehefrau schickte.

Der Trick des Arbeitskollegen

So hieß es in einer Nachricht an einen Freund von D. etwa, dass sie "für einen Moment weit weg" sei, um einen klaren Kopf zu bekommen. Das Callcenter, in dem D. bis zu ihrem Verschwinden beschäftigt war, erhielt plötzlich ihre Kündigung, obwohl der 42-Jährigen ihr Job laut ihren Kolleginnen und Kollegen gut gefiel. Auffällig war zudem, dass sich D. stets weigerte, mit jemandem am Telefon zu sprechen.

Zu der Gewissheit, dass D. kaum die Absenderin der Nachrichten sein kann, führte schließlich der Trick eines Arbeitskollegen, wie der "Corriere della sera" berichtet. Er antwortete dem Bericht zufolge auf die mysteriöse Nachricht und erklärte der vermeintlichen D., dass ein anderer Kollege ebenfalls seine Kündigung einreichte. Allerdings erfand er einen Namen - den beschriebenen Arbeitskollegen gab es in Wirklichkeit nicht. Umso verdächtiger war daher die Antwort von D.s Handy: "Das tut mir leid."

Spuren im Internet

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Für die Behörden war dies dem Bericht zufolge der Beweis, dass die SMS nicht von D. stammen könne. Ihr Verdacht richtete sich prompt auf ihren Ehemann S. Zwar wurde das Handy seiner Frau bisher nicht gefunden, allerdings führten "Spuren, die der Verdächtige im Internet hinterlassen hat", zu seiner Verhaftung. Die Ermittler gehen davon aus, dass S. E-Mails und Nachrichten im Namen seiner Frau verschickte, nachdem er seine Frau getötet und ihre Leiche versteckt hatte, um sein Verbrechen zu vertuschen.

Eine Leiche wurde in dem Fall jedoch nicht gefunden. Zudem beteuert S. seine Unschuld. "Es gibt keine Beweise dafür, dass es sich um einen Mord gehandelt hat", sagte sein Strafverteidiger Carlo D. den lokalen Medien. "Und bis heute haben wir keine Beweise dafür, dass unser Mandant das Telefon seiner Frau benutzt oder die E-Mails verschickt hat." Die Behörden untersuchten das Haus des Ehepaares, in dem sie seit 2012 gemeinsam lebten, sowie ihre Autos genau. S. sitzt seit seiner Verhaftung in Untersuchungshaft.

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