Sorge um Lizenz in der 3. Liga: Schalke wappnet sich für den ganz schlimmen Absturz

Sorge um Lizenz in der 3. Liga: Schalke wappnet sich für den ganz schlimmen Absturz
Durch: Sport Erstellt am: März 18, 2024 anzeigen: 16

Die Stadt Gelsenkirchen spricht davon, dass der FC Schalke "nahezu zwangsläufig" in die Insolvenz geht, sollte der Traditionsklub tatsächlich aus der 2. Bundesliga absteigen. Die Königsblauen sind zuversichtlich, den Totalabsturz abzuwenden - bereiten sich jedoch auch auf die 3. Liga vor.

Die Unterlagen für eine Lizenz von Schalke 04 in der 3. Liga reichte Christina Rühl-Hamers am Freitag ein, bevor das Horrorszenario mit einem weiten Auswärtsdebakel wieder realistischer wurde. Welche Zahlen sie dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorlegte, verriet die Finanzvorständin des tief gestürzten Bundesliga-Absteigers nicht, wohl aber, dass die Spielgenehmigung keineswegs sicher wäre.

"Was die Drittliga-Planungen betrifft, rechnen wir damit, dass die vorläufige Erteilung der Lizenz nur unter Bedingungen erfolgen wird", sagte Rühl-Hamers bei der Vorstellung des Finanzberichtes 2023 - einen Tag nach dem bitteren 2:5 bei Hertha BSC und jetzt nur noch zwei Punkten Abstand zum Relegationsplatz. Weil die Variablen zahlreich und die Unwägbarkeiten groß sind, lässt sich aktuell weder beziffern, wie der Traditionsklub den zweiten Abstieg innerhalb eines Jahres wirtschaftlich überstehen könnte, noch wie wahrscheinlich eine Spielberechtigung wäre.

Denn auch für den DFB wäre ein Drittligist, der zuletzt einen Jahresumsatz von 168 Millionen Euro und Verbindlichkeiten in gleicher Höhe verbuchte, ein Novum. Sollte die Lizenz verweigert werden, müsste Schalke in der Regionalliga weiterspielen - dafür ist die zweite Mannschaft gemeldet. Dass diese Perspektive die wahrscheinlichere wäre, stellte zuletzt schon die Stadt Gelsenkirchen klar, die mit 35 Millionen Euro vor allem über eine Tochtergesellschaft am Stadion beteiligt ist. Ein erneuter Abstieg würde "ein nahezu zwangsläufiges Insolvenzverfahren" nach sich ziehen, schrieb die Verwaltung.

Geldprobleme und sportliche Talfahrt gehen Hand in Hand

Durchgeplant ist auf Schalke nur ein weiteres Zweitliga-Jahr. Mit einem Lizenzspielerbudget "nahezu auf dem Niveau der Vorsaison", also mit geschätzten 25 Millionen Euro, sei man "bereits jetzt auf dem Transfermarkt handlungsfähig". Allerdings müsste, um einen Punktabzug zu verhindern, wieder ein Gewinn eingefahren werden. So wie im vergangenen Jahr, als Schalke ein Plus von 6,9 Millionen verbuchte und erstmals seit fünf Jahren wieder schwarze Zahlen schrieb. Damit konnte das negative Eigenkapital auf 103 Millionen Euro gesenkt werden. Bedingung der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist eine weitere Reduktion um fünf Prozent.

Rühl-Hamers ist überzeugt, "den Klassenerhalt zu schaffen". Vorerst wird diese Aufgabe weiter Trainer Karel Geraerts angehen, der Rückendeckung von Marc Wilmots erhielt. "Es gibt keine Trainerdiskussion", sagte der Sportdirektor: "Ich setze auf Kontinuität." Allerdings wollte der Belgier seinem Landsmann keinen Freifahrtschein für den Rest der Saison ausstellen: "Keiner hat eine Jobgarantie."

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Schalke hatte zuletzt beim 3:1 gegen den Spitzenreiter FC St. Pauli und dem 3:3 gegen den SC Paderborn aufsteigende Form gezeigt, kassierte dann aber die zehnte Niederlage im 13. Auswärtsspiel. Vor allem die Defensive bereitet größte Sorgen: Mit 54 Gegentoren sind die Königsblauen das abwehrschwächste Team der Liga, nicht einmal der abgeschlagene Tabellenletzte aus Osnabrück hat so oft den Ball aus dem Netz holen müssen.

Weil die Konkurrenten im unteren Tabellendrittel zuletzt fleißig punkteten, ist die Lage vor dem Heimspiel am Ostersonntag (13.30 Uhr/Sky und im Liveticker bei ntv.de) gegen den Karlsruher SC prekär. Bei einer Niederlage droht schlimmstenfalls der Sturz von Platz 14 auf Platz 17. "Jeder weiß, wie wichtig das Spiel ist", sagte Wilmots: "Alles ist sehr eng. Es sind sieben oder acht Mannschaften, die noch um den Klassenerhalt kämpfen."

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