"Wer Terror sät ...": Politiker sehen Putin nach Anschlag geschwächt

Durch: Politik Erstellt am: März 24, 2024 anzeigen: 35

Der Anschlag auf das Konzerthaus bei Moskau legt nach Ansicht deutscher Außen- und Verteidigungspolitiker eine Schwäche Putins bloß. Vertreter von Union, SPD und FDP befürchten als Ablenkung des Kreml heftigere Angriffe auf die Ukraine.

Der Anschlag auf einen Konzertsaal in Moskau ist nach Einschätzung des stellvertretenden Vorsitzenden der Unions-Bundestagsfraktion, Johann Wadephul, ein Schwächezeichen von Russlands Präsidenten Wladimir Putin. Der CDU-Politiker warnte, Putin könne versuchen, diesen Eindruck durch massivere Angriffe in der Ukraine auszugleichen. Russland habe "seine Verletzlichkeit gezeigt", sagte Wadephul dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Nach dem ausbleibenden Erfolg in der Ukraine und dem fast erfolgreichen Coup von Prigoshin ist das eine sehr beunruhigende Nachricht für Putin. Man muss befürchten, dass er mit noch mehr Furor in der Ukraine antwortet."

Wadephul verurteilte den Anschlag als "verabscheuungswürdig". Es zeige sich, dass die Gefahr des islamistischen Terrors etwa durch den Islamischen Staat (IS), Al-Quaida, Hamas und Hezbollah nicht gebannt seien. "Wir sind gut beraten, die eigenen Sicherheitsanstrengungen deutlich zu erhöhen."

"Russland verbreitet selber Terror"

Der sozialdemokratische Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, drückte den Anschlagsopfern sein Mitgefühl aus, erinnerte aber gleichzeitig daran, dass Russland selber Terror verbreite. "Wer Terror sät, wird Terror ernten", sagte Roth dem RND. "Bei allem Mitgefühl mit so vielen unschuldigen Opfern in Moskau dürfen wir nicht vergessen, dass Russland selbst ein Terrorstaat ist, der auch vergangene Nacht wieder die ukrainische Zivilbevölkerung mit Raketen- und Drohnenangriffen terrorisiert hat."

Die Vorsitzende des Bundestags-Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann, wertet den Terroranschlag mit mehr als 130 Toten nahe Moskau als "schweren Schlag" für die russischen Sicherheitsbehörden. Es habe eine Warnung vor Anschlägen gegeben, "sogar spezifisch, was Konzerte angeht", sagte die FDP-Politikerin der "Bild am Sonntag". Es sei nicht nachvollziehbar, dass es keine zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen gegeben habe. "Offensichtlich hat Putin in völliger Fehleinschätzung diese Warnungen nicht ernst genommen und wird davon abzulenken versuchen." Die Geheimdienste der USA und anderer westlicher Länder hatten bereits Anfang März vor einem drohenden Anschlag gewarnt. Kremlchef Putin tat die Warnungen als westliche Provokation ab.

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