Procter & Gamble beeinflusst mit seinen Produkten unser Leben. Denn 65 Marken in den Supermarkt- und Drogerieregalen gehören zu P&G. Diese solltest du kennen.

Frage: Was haben Head & Shoulders, Pampers, Braun, Oral-B, Ariel und Meister Proper gemeinsam? Sie gehören alle zum selben Unternehmen! Willkommen in der Welt von Procter und Gamble.

Der internationale Gesundheits-, Schönheits- und Reinigungsriese Procter & Gamble Company (P & G) plant, seine Investitionen in der Türkei auszuweiten und gleichzeitig Schritte zur Indigenisierung zu unternehmen, sagte der Industrie- und Technologieminister des Landes am Freitag. „P & G hat das Ziel, Materialien im Wert von 30 Mio. USD (224,09 Mio. TL) von türkischen Unternehmen zu kaufen“, sagte Mustafa Varank bei seinem Besuch im Werk des Unternehmens in Kocaeli im Nordwesten von Marmara.

Die türkischen Unternehmen, die Waren an P & G liefern, exportieren im Wert von 170 Millionen US-Dollar in ihre anderen Fabriken weltweit, so Varank. „Wenn ihr Plan bis 2023 umgesetzt wird, wird dies auch dazu beitragen, unser Leistungsbilanzdefizit zu verringern“, fügte der Minister hinzu.

Varank wies darauf hin, dass die Nachfrage nach Hygiene- und Reinigungsprodukten nach dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie boomte und P & G einige Chemikalien von türkischen Herstellern beschaffte, da das Virus Störungen in der Lieferkette verursachte. Das Unternehmen strebt an, dass seine Exporte aus der Türkei in diesem Jahr 120 Millionen US-Dollar erreichen, sagte er.

Tankut Turnaoğlu, General Manager von P & G für die Türkei, den Kaukasus und Zentralasien, betonte, dass das Unternehmen seit 33 Jahren in der Türkei tätig ist. „Wir haben im letzten Jahrzehnt in der Türkei Investitionen im Wert von 238 Millionen US-Dollar getätigt“, sagte Turnaoğlu. Er betonte, dass das Unternehmen in den ersten sieben Monaten dieses Jahres einen Anstieg der Exporte um 20% gegenüber dem Vorjahr verzeichnete und im März und April den höchsten Exportwert seit 33 Jahren erreichte.

So viel Doppelmoral war selten. Der Konsumgigant Procter & Gamble (P&G) konnte die Black Lives Matter-Bewegung gar nicht schnell genug unterstützen. P&G erstellte einen eigenen Spot, in dem suggeriert wird, Weiße seien in den USA grundsätzlich mächtig und Schwarze unterdrückt. Gleichzeitig investieren diese Moralapostel munter in der Türkei. Redefreiheit, Pressefreiheit, Anerkennung des Völkermords an den Armeniern, Religionsfreiheit, spielen plötzlich keine Rolle mehr.

Der Konzern hat nach eigenen Angaben im letzten Jahrzehnt nicht nur 238 Millionen US$ in das Erdogan-Reich investiert, sondern greift auch vermehrt auf türkische Produkte in seinen Produktionslinien zurück. Sehr zur Freude von Varank und sicherlich auch von Recep Tayyip Erdogan. Denn die Türkei braucht gute Schlagzeilen und Investitionen für frische Devisen.

Die militärischen Eingriffe in Syrien, Irak, Libyen und die Besetzung von EU-Territorium in Nord-Zypern kosten Geld. Als neuestes Abenteuer hat Erdogan den Süd-Kaukasus erwählt. Nach übereinstimmenden Berichten kämpfen dort von der Türkei bezahlte syrische IS-Kämpfer gegen die indigenen armenischen Bewohner. Die Söldner nehmen allerdings keine weiche türkische Lira, sondern nur harte Dollar. Diese müssen über Direkt-Investitionen und Exporte rangeschafft werden, womit wir wieder bei Procter & Gamble wären.

Procter & Gamble – war da nicht was? Genau, das ist der Konzern, der nach dem tragischen Tod von George Floyd eine umstrittene Werbekampagne gestartet hat. In der Werbung werden Weiße Amerikaner auf emotionale Weise angesprochen. Tenor: es reicht nicht, gegen Rassismus zu sein, sondern man muss aktiv gegen systemische Ungerechtigkeit aufstehen. Der Clip suggeriert: Wer nicht sofort handelt, macht sich schuldig. Schuldig an was? Das Video bezieht sich auf das Amerika aus dem Jahre 2020, nicht 1820. Es gibt in den USA keine schwarzen Plantagenarbeiter in Ketten und keine Sklaverei mehr. Die westliche Zivilisation hat dieses Verbrechen im Gegensatz zur islamischen Zivilisation aus eigenem Antrieb überwunden und abgeschafft.

Was es noch gibt, sind im Vergleich zur deutschen Polizei sehr robust, manchmal brutal vorgehende Sicherheitskräfte. Dabei kommen immer wieder auch Unschuldige zu Schaden. Übrigens sowohl Weiße als auch Schwarze. Für P&G Amerika reichte der Fall Floyd jedoch aus, eine Generalanklage gegen das „Weiße Amerika“ zu verfassen.

Ähnliche Kampagnen von P&G in der Türkei sind dagegen unbekannt. Wie wäre es mit einem Video zum Jahrestag des türkischen Völkermords an den Armeniern? Der Konzern könnte ein Video mit den armenischen Opfern zeigen und die türkische Öffentlichkeit zur Vergangenheitsaufarbeitung aufrufen. Das Motto könnte sein: Ihr habt die Wahl – wer schweigt, hat mitgemordet. P&G könnte natürlich auch die Unterdrückung von Christen in der Türkei thematisieren oder die Unterdrückung der Kurden. Hier würde sich ein TV-Beitrag in kurdischer Sprache anbieten, um auf die missachteten Rechte dieser Minderheit einzugehen. Die Pressefreiheit wäre auch ein sinnvolles Betätigungsfeld. Dabei sind die Missstände in der Türkei unumstritten und die Auswahl an tatsächlichen Ungerechtigkeiten riesig.

Einfach riesig ist auch die Auswahl an Procter & Gamble-Produkten in deutschen Supermärkten. Pampers, Ariel, Lenor sind bekanntlich windelweich. Da kann man keine harten Sanktionen gegen Erdogan erwarten.  Schon gar. nicht, wenn man auf inzwischen Millionen türkische Sympathisanten Erdogans im Inland schielt, die ja auch in Deutschland wählen können.

Zu P&G gehören laut Unternehmens-Webseite mehr als 60 Marken aus zehn verschiedenen Kategorien. Die alle aufzuzählen wäre zu viel an Information, daher konzentrieren wir uns hier auf die wichtigsten Produkte auf dem deutschen Markt.

Diese Marken gehören zu Procter & Gamble (P&G) in Deutschland:

  • Haarpflege: Aussie, Head & Shoulders, Herbal Essences, Pantene Pro-V, Rejoice
  • Hygiene: Always, Olaz, Old Spice, Pampers
  • Rasur: Braun, Fusion, Gillette, Mach3, Venus
  • Zahnpflege: Blend-a-dent, Blend-a-med, Oral-B
  • Gesundheit: Wick
  • Waschmittel: Ariel, Lenor, Tide
  • Reinigungsmittel: Antikal, Febreze, Fairy, Meister Proper, Swiffer

Weltweit hat Procter & Gamble 113 Fabriken in 39 verschiedenen Ländern. Allein im Heimatland USA führt Procter & Gamble 24 Werke. Das spart Kosten für den Transport, denn in den Vereinigten Staaten macht das Unternehmen fast die Hälfte des Umsatzes. Danach folgt Europa als zweitwichtigster Markt.

Wenn du schonmal in den USA warst, kennst du sicherlich die Supermarktkette Walmart. Sie ist riesig und auch der größte Kunde von P&G: Etwa jedes sechste Produkt von Procter & Gamble läuft über die Kasse von Walmart.

Womit verdient Procter & Gamble am meisten Geld?

P&G teilt sein Sortiment weltweit in fünf Segmente ein:

  • Beauty: Körper- und Haarpflege
  • Grooming: Rasur
  • Health Care: Gesundheit
  • Fabric & Home Care: Reinigungsmittel
  • Baby, Feminine & Family Care: Baby- und Damenhygiene

Das Ziel des Unternehmens ist, mit jeder Marke Marktführer zu werden – also die jeweiligen Produkte häufiger zu verkaufen als die Konkurrenz.

Die weltweit größte Marke von P&G ist auch in Deutschland so bekannt, dass sie es sogar in den Sprachgebrauch geschafft hat: Pampers. Ähnlich wie bei Tempo alle an Taschentücher denken, hat bei diesem Wort jeder sofort Babywindeln im Sinn.

Nach Angaben des Geschäftsberichts nimmt Procter & Gamble allein mit Pampers mehr als acht Milliarden Dollar im Jahr ein – das entspricht einem Achtel des gesamten Umsatzes. Weil die Bindenmarke Always ebenfalls sehr erfolgreich läuft, bringt die Sparte Baby- und Frauenpflegeprodukte bei P&G den zweitgrößten Beitrag zum Gewinn.

Das Geschäft von P&G besteht vor allem darin, die bestehenden Marken noch bekannter zu machen und in immer mehr Ländern die Marktführerschaft zu erobern. Dafür gibt das Unternehmen jährlich mehrere Milliarden Dollar für Werbung aus. Eine Werbung in Deutschland für ein Shampoo hat ein Gericht im vergangenem Jahr jedoch für unsauber befunden.

P&G warb damit, für ein Haarwaschmittel der Marke Head & Shoulders die „erste recycelbare Shampoo-Flasche aus gesammeltem Strandplastik“ als Verpackung zu verwenden. Klingt gut, klingt öko. Ist aber nicht ganz richtig: Die besagte Shampooflasche bestand nur zu einem Fünftel aus Plastik, das am Strand gesammelt wurde.

Das Landgericht Frankfurt hat P&G im Februar 2018 verboten, mit folgendem Satz auf dem Etikett zu werben: „Hergestellt mit Plastik, das am Strand gesammelt wurde“. Stattdessen muss die Prozentangabe jetzt gut sichtbar vorne draufstehen.

Kritik – Brutale Vertreibung für Tempo-Taschentücher in Brasilien, Vertrag nun gekündigt. – Früher Grausame Tierversuche (aktueller Stand unbekannt); kleine Käfige, hohe Temperaturen, grausame Prozeduren – Mogelpackung bei Kartoffelchips – 2010: Vorwurf des Einsatzes gefährlicher Technologen bei Windeln, die zu Gesundheitsproblemen führen könn(t)en – Preisabsprache für Waschmittel-Millionenstrafe für P&G und Co. – Hohe Gesundheitsgefahr durch Tampons – Kontroverse um P&G Medikamente* – Gesundheitsgefahr durch andere Produkte *um 2006: Osteoporosemedikament „Actonel“ (P&G). Wie in der Pharmabranche üblich, wurde ein bedeutender akademischer Forscher dafür herangeschafft, um Studien in seinem Namen zu veröffentlichen (um ihnen mehr Bedeutung zu verschaffen). Der betroffene Forscher war aber verärgert, als er seinen Namen unter die Studie setzen sollte, aber noch nicht mal Zugang zu allen Daten bekam.

Wer auf Nummer Sicher gehen will und weder Erdogan noch BLM unterstutzen möchte, sollte daher auf solide Discounterprodukte ausweichen. Da spart man nicht nur Geld, sondern beruhigt auch sein Gewissen.