Preistreiber und Fake News machen alles teurer

Lebensmittelsicherheit gefährdet: Indien verbietet Export von Weizen und Indischer Exportstopp und Krieg: Weizen ist so teuer wie nie sind Schlagzeilen, die man in den letzten Tagen in allen Medien lesen konnte. Dazu kann man, wenn man die Fakten prüft nur sagen Preistreiber und Fake News machen alles teurer.

Ganz offen gesagt, wen interessiert in Europa, in Afrika, in den Nord- Mittel- oder Südamerika, in Australien oder Neuseeland ob Indien den Export von Weizen verbietet oder nicht. Keinen Menschen. Warum das so ist, werden wir noch erläutern. Kommen wir erst einmal zu den Ländern die tatsächlich Weizen nach Deutschland exportieren:

Rund 3,9 Millionen Tonnen Weizen und Mengkorn wurden im Jahr 2021 in Deutschland importiert. Damit waren Weizen und Mengkorn die wichtigsten Importgüter in der Kategorie Getreide. Insgesamt lag das Importvolumen von Getreide im Jahr 2021 bei 11,5 Millionen Tonnen.

Weltweiter Weizenanbau – Preistreiber und Fake News machen alles teurer

Weizen ist die weltweit bei weitem am großflächigsten angebaute Agrargut. Die Anbauflächen von Weizen sind größer als die aller anderen Nutzpflanzen zusammengenommen. Die Welterntemenge liegt für 2019 bei schätzungsweise 766 Millionen Tonnen, wobei China in jenem Jahr die bei weitem größten Erntemengen zu verzeichnen hatte – gefolgt von Indien und Russland. Frankreich (5) ist hierbei noch weit vor Deutschland (10) das größte Anbauland innerhalb der EU

Deutschland exportiert also Weizen in alle Welt. Wichtigste Lieferländer für Weizenimporte und anderer Getreidesorten nach Deutschland nach Importvolumen in den Jahren 2020 und 2021

Aus diesen Ländern importiert Deutschland Weizen

Sieht hier irgendjemand Indien oder die Ukraine? Ich nicht. Also, Deutschland imporiert Weizen ausschliesslich aus Ländern der EU und Kanada. Wieso hören wir dann ständig, dass Indien oder dei Ukraine unsere Presie nach oben treiben würden. Wohin wird russischer und ukrainischer Weizen exportiert? Die wichtigsten Zielländer für Weizen aus Russland und der Ukraine liegen hauptsächlich in Afrika und Asien. Das führende Abnehmerland war zuletzt jeweils Ägypten. Aus Russland bezog Ägypten im Jahr 2020 rund 8,3 Millionen Tonnen Weizen.

Damit sieht man am Beispiel Weizen, hier ist Spekulation angesagt. Und diese Spekulanten, treiben wie schon seit Jahrtausenden, die Preise für Weizen hoch. Dies hat nichts mit Fakten zu tun. Und es wäre gut, wenn die Medien ihre Schlagzeilen mal hinterfragen würden. Auch diese Fake News tragen zur Preistreiberei bei. Und unsere Politiker, die dagegen nichts unternehmen.

Foodwatch in Berlin sieht „erdrückende Belege“ für einen Zusammenhang zwischen spekulativen Warentermingeschäften und steigenden Preisen für Agrarrohstoffe – auch wenn sich das genaue Ausmaß kaum beziffern lasse. Aber das sei nicht nötig. „Selbst wenn nur ein hungerndes Kind als Folge der Spekulation mit Agrarrohstoffen stirbt, ist das ein Kind zu viel.

Nahrungsmittelspekulation eindämmen

Die exzessive Nahrungsmittelspekulation hat keinerlei volkswirtschaftlichen Nutzen. Sie muss eingedämmt werden“, sagt der Geschäftsführer Thilo Bode. Hintergrund: Ursprünglich hatten Warentermingeschäfte den Zweck, Produzenten und ihre Abnehmer vor Preisschwankungen zu schützen. Inzwischen überwiegen jedoch die spekulativen Investoren am Markt, die kein Interesse an der physischen Ware haben, sondern nur auf die Rendite schielen.

Also, wenn die Produkte mit Weizen unverhältnismässig teuer werden, vielleicht einfach mal einige Wochen lang diese Produkte boycottieren. Die Hersteller werden ganz schnell einknicken.

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